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BeyArs Kunstlexikon

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Handschrift

1) Bezeichnung für etwas mit der Hand Geschriebenes (vgl. * Autograph), unabhängig vom Schriftträger (* Papyrus, * Pergament, * Papier etc.) und von den verwendeten Schreibmitteln (* Tinte, * Tusche, * Goldfarbe etc.) sowie den Schreibutensilien (* Federn, feinen Pinseln, Griffeln etc.). In der Antike dienten Tontäfelchen oder Scherben (* Ostrakon), mit Wachs beschichtete * Diptychen und Bögen oder Rollen aus Papyrus als Schriftträger. Seit dem 4. Jh. n. Chr. war in Europa vor allem Pergament als Schreibmaterial gebräuchlich und wurde erst etwa tausend Jahre später vom Papier abgelöst. Alte Handschriften in engerem Sinne, in Form von Rollen, werden * Volumen genannt, aus Bogen bestehende gebundene Handschriften heißen Codices (* Codex). Abgesehen von den Griffeln, mit denen man auf Schiefertafeln schrieb, wie sie noch bis kurz nach dem 2. Weltkrieg in den Grundschulen üblich waren, wurde in Europa seit dem Mittelalter in der Regel mit Tinte und * Rohrfedern (Schreibrohr), häufiger jedoch mit Federkielen geschrieben. Die Vervielfältigung von Handschriften erfolgte durch Abschreiben, eine Tätigkeit, die im Mittelalter von den so genannten * Skriptoren ausgeübt wurde. Die mit dem Ausmalen der Schriften befassten (Mönchs-)Künstler werden * Miniatoren oder * Illuminatoren genannt. Da die im Mittelalter oft aus Edelmetall gefertigten Bucheinbände in späterer Zeit häufig entfernt wurden (um das wertvolle Metall einzuschmelzen), geriet manchmal auch das Titelblatt in Verlust. Manchmal lässt sich die Herkunft einer Schrift auch durch den * Kolophon ermitteln. Die ersten druckgraphischen Bücher waren die als * Einblattdrucke hergestellten * Blockbücher und in weiterer Folge die * Inkunabeln.

2) Im übertragenen Sinn Bezeichnung für die Besonderheiten, an denen die Werke eines Künstlers erkennbar sind.


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