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BeyArs Kunstlexikon

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Horn, meist aus Rinderhörnern gewonnenes Material, das sich * drehen und drechseln sowie unter Hitze und Druck verformen lässt.

Neben der Verwendung als Signalhorn dienten Rinderhörner vom 16.-18. Jh. vor allem zur Herstellung von Schießpulverbehältern und Pfeifenrohren. Im 18./19. Jh. waren die in Sterzing in Südtirol aus Rinderhorn hergestellten so genannten * Sterzinger Waren (Dosen und Löffel) besonders beliebt. Horn entsteht durch wuchernde Zellentwicklung der Epidermis (Oberhaut) an den Stirnzapfen von Wiederkäuern. Chemisch gesehen, besteht Horn zum Großteil aus Keratin, einer hart gewordenen zähen und faserigen Eiweißsubstanz. Aus dem gleichen Material sind die Klauen der Tiere beschaffen. Auch das im Barock bisweilen beschnitzte und gedrechselte Horn des Nashorns sowie das * Schildpatt sind Gebilde der Epidermis. Zum Unterschied davon ist * Hirschhorn kein Hautgebilde, sondern besteht aus Knochensubstanz, weshalb es sich, wie auch das Elfenbein, durch Hitze und Pressen nicht verformen lässt. Bei dem früher als Horn des * Einhorns angesehenen Material handelt es sich in Wirklichkeit um den Spitzzahn des Narwals (* Elfenbein-Narwalzahn). Vgl. * Greifenklaue.


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