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BeyArs Kunstlexikon

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Annuntiatio, lat., "Verkündigung"

Bezeichnung für den Bildtypus und das am 25. März gefeierte Fest der "Verkündigung an Maria". Der * Erzengel * Gabriel verkündete Maria, dass sie den Sohn Gottes gebären werde, empfangen vom * Heiligen Geist. Als Bekräftigung der Vorhersage berichtete der Gottesbote, dass auch die schon betagte * Elisabeth guter Hoffnung sei. Elisabeth war eine Kusine Marias (* Heilige Sippe). Die Verkündigung zählt zu den Hauptmotiven des christlichen Themenkreises. Oft sind die ersten Worte des Erzengels, der so genannte Englische Gruß "Ave Maria (gratia plena Dominus tecum benedicta tu in mulieribus"), zu dt. "Sei gegrüßt, Maria, du Begnadete, der Herr ist mit dir, gesegnet bist du unter den Frauen", sowie die Antwort Marias "Ecce ancilla Domini", zu dt. "Siehe, ich bin die Magd des Herrn", auf * Schriftbändern wiedergegeben. Dargestellt wird Maria mit einem Buch in der Hand, manchmal beim Wasserschöpfen, meist aber mit einer Spindel beim Spinnen des purpurnen Tempelvorhangs, wozu sie von den Hohenpriestern durch Losentscheid unter acht Jungfrauen aus dem Geschlecht Davids ausgewählt worden war. In der christlichen Kunst wird über der Szene zwischen Wolken oft der * Heilige Geist, die * Hand Gottes oder Gottvater selbst dargestellt. Auf byzantinischen Bildern tritt der Erzengel gewöhnlich von rechts an Maria heran, auf westlichen Darstellungen dagegen in der Regel von links. Vom Besuch des Erzengels (Verkündigung) ist die so genannte * Heimsuchung, d. h. der Besuch Marias bei ihrer Kusine Elisabeth, zu unterscheiden. Eine der bekanntesten Verkündigungsgruppen befindet sich im Chor der Nürnberger St. Lorenzkirche, ein Werk von V. Stoß (1517/18).


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