Zurück A-Z Begriffssuche Home

BeyArs Kunstlexikon

Suche

Cancel Search
Antependium, Antealtare, Antemensale, Frontale.

Bezeichnung für den  Altarvorsatz, von lat. ante, "vor", und pendere, "hängen", mit der Bedeutung "Vorhang", ursprünglich aus Stoff bestehende Verkleidung der Vorderseite des * Stipes, des Trägers der * Mensa (Altarplatte).

Ein um 1300 entstandenes, aus Stoff bestehendes und mit den drei reitenden * Heiligen Drei Königen besticktes Antependium aus dem Domschatz von Bamberg gelangte 1803 (nach der * Säkularisation) in das Bayerische National Museum in München.
Antependium waren in der Ostkirche seit dem 4. Jh., im Westen seit dem 5. Jh. gebräuchlich. Es wurde die Vorderseite, manchmal auch die beiden Schmalseiten und die Rückseite des Altartisches bespannt. Seit dem 8. Jh. sind im Allgemeinen feste Verkleidungen des Altarunterbaus üblich, meist aus Holz bestehend. Sie wurden oft mit Metall verkleidet und mit * Email verziert. Man nimmt an, dass früher für die Gestaltung der Frontseite des Altars manchmal auch beschnitzte Elfenbeintafeln Verwendung fanden. Die Rückwand des Altarunterbaus heißt * Dorsale bzw. * Dossierung. Seit 1570 war das Antependium, im Gegensatz zu den protestantischen Kirchen, in katholischen Gotteshäusern zwingend vorgeschrieben.

Der von der Altarplatte, der Mensa, aufstrebende Altaraufsatz heißt * Retabel. Vgl. * Paliotto.


« Antemensium

Anthemion »


Desktop-Version öffnen mit Volltextsuche über rund 350.000 Worte.