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BeyArs Kunstlexikon

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Lukretias Selbstmord. Die Wiedergabe einer jungen, spärlich bekleideten Frau, die sich einen Dolch in die Brust stößt, ist seit der Renaissance ein beliebtes Motiv der Bildenden Kunst.

Zur literarischen Bearbeitung inspirierte Lukretias Selbstmord u. a. Boccaccio, Dante, Petrarca, Sachs und Shakespeare. Lukretia war die Gemahlin des adeligen römischen Heerführers Lucius Tarquinius Collatinus. Ihrer großen Schönheit wegen stellte ihr Sextus nach, der älteste Sohn des Königs Tarquinius Superbus (7. König von Rom). Als sich ihr Mann auf einem Feldzug befand, drang Sextus in ihr Gemach ein, zog sein Schwert und forderte sie auf, sich ihm hinzugeben. Sonst würde er sie töten, ebenso einen Sklaven, und diesen nackt neben sie legen, um sagen zu können, er hätte die beiden beim Liebesspiel überrascht. Da Lukretia keinen Ausweg sah, war sie ihm zu Willen.

Als ihr Mann, ihr Vater und * Brutus, ein Freund der Familie, durch Boten herbeigerufen, bei Lukretia eintrafen, wurden sie von der entehrten Frau, bevor sie sich erdolchte, beschworen, Rache zu nehmen. Als ein Teil der Armee und das römische Volk die Partei des beliebten Feldherrn ergriffen, suchte die königliche Familie ihr Heil in der Flucht. Die Tragödie soll ausschlaggebend für die Entstehung der römischen Republik gewesen sein. Collatinus und * Brutus wurden 509 v. Chr. die ersten Konsuln.


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