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BeyArs Kunstlexikon

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Astwerk, ursprünglich spätgotisches Architekturornament, das verschlungenen blattlosen Ästen nachempfunden ist und motivisch an den Jessebaum (* Jesse) bzw. an Darstellungen der * Dornenkrone Christi anschließt.

Vorformen gab es bereits im 14. Jh. Vom letzten Viertel 15. Jh. bis zum Ende des ersten Viertels 16. Jh. war das Astwerk dann allgemein üblich und löste u. a. meist das * Maßwerk der * Wimperge ab. Von der Architektur abgeleitet, fand die Zierform auch Eingang in die * Kleinkunst, wo der Astwerkdekor speziell in der Renaissance und im * Manierismus beliebt war. Dargestellt sind starke Äste mit kurz abgeschnittenen Nebenästen (Aststummeln). Besonders naturalistisch ausgeprägt war der Astwerkdekor dann während der romantischen Strömungen des 19. Jh. Vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jh. stellten knorrige, verschlungene Äste mit Zweigstümpfen eine beliebte Zierform dar, u. a. bei Geschirr, Bilderrahmen und Umrahmungen von Elfenbeinbroschen. Im Anschluss an die Weltausstellung in London (1851) wurde manchmal in der Literatur der englische Ausdruck * Crabstock-Zierat verwendet. 


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