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BeyArs Kunstlexikon

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Reliquie, von lateinisch reliquiae, "Überreste",

Gegenstand einer besonderen Form der Heiligenverehrung, dem übernatürlliche Kräfte zugeschrieben werden. Die in den meisten Religionen geübte Reliquienverehrung ist in der katholischen Kirche besonders weit verbreitet. Die als Reliquien verehrten Gegenstände stehen meist in enger Beziehung zu Jesus, den * Märtyrern oder Heiligen (Holzpartikel oder Nägel vom Kreuz Christi, Überreste von Körperteilen oder von Besitztümern eines Heiligen). Der Reliquienkult ist seit dem 2. Jh. n. Chr. überliefert, seit dem 4./5. Jh. werden in fast jeder Kirche Reliquien aufbewahrt. Die ihnen zugesprochenen wundertätigen Kräfte und die Popularität des jeweiligen Heiligen bestimmten die Bedeutung einer Kirche.

Bekannte Reliquien zogen jährlich tausende Gläubige an. Durch großzügige Spenden von Pilgern konnten die Kirchen, in denen sie aufbewahrt wurden, zu prächtigen Stätten der * Wallfahrt ausgebaut werden. Reliquien wurden auch von weltlichen Herrschern geschätzt, da sie durch die Anziehung, die sie auf die Christen ausübten, auch einen großen materiellen Wert repräsentierten. Im so genannten * Welfenschatz befand sich eine große Anzahl von Reliquien; 42 Exemplare davon wurden 1935 vom preußischen Staat erworben und gelangten ins Kunstgewerbemus. in Berlin. Der durch die Nachfrage einsetzende Reliquienhandel führte bisweilen zum Diebstahl von Heiltümern und zur Entstehung von Fälschungen. Vgl. * Brandeum (Berührungsreliquie).


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