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BeyArs Kunstlexikon

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Silhouette, französisch, "Schattenbild", "Umrisslinie".

Die "Bildnissilhouette" ist die Wiedergabe des Schattens, den ein Mensch in * Profilstellung auf eine senkrechte Fläche wirft. Die Binnenfläche innerhalb der scharfbegrenzten Konturen wird für gewöhnlich mit schwarzer Farbe ausgefüllt.

Der Ausdruck Silhouette geht auf den französischen Finanzminister Marquis Etienne de Silhouette (1709-1767) zurück, der sich für die Herstellung von Silhouetten interessierte und auch sein Schloss mit Schattenrissen dekorierte, um so die Kosten für teure gemalte Bilder zu sparen. Die ersten Silhouetten sollen in Persien entstanden sein. In Europa waren Bildnissilhouetten seit Beginn 18. Jh. bekannt und erfreuten sich besonders ab der Mitte 18. Jh. großer Beliebtheit. Die in Profilansicht ausgeführten Umrisszeichnungen wurden mit * Tusche schwarz ausgefüllt oder aus schwarzem Papier ausgeschnitten.

Bildnerisch talentierte und geübte Silhouettenschneider, wie Luise Duttenhofer (1776-1829) oder Philipp Otto Runge (1777-1810) schnitten kleinformatige * Porträts freihändig und ohne Vorzeichnung mit einer spitzen Schere aus schwarzem Papier aus. Gewerbsmäßige Hersteller von Schattenrissen verwendeten bei ihren Arbeiten spezielle "Silhouettier-Stühle". Anstatt einer Armlehne sind diese Stühle mit einem Rahmen zum Einspannen von Papier versehen. In dem verdunkelten Raum wurde in einiger Entfernung von dem Silhouettierstuhl eine Kerze aufgestellt, wodurch sich das Profil des auf dem Stuhl Sitzenden auf dem eingespannten Papier scharf abzeichnete und nachgezogen wurde. Die so hergestellte Silhouette konnte mit Hilfe eines * Storchenschnabels (Pantographen) auch verkleinert werden.

Im 19. Jh. waren neben Porträtsilhouetten vor allem aus schwarzem Papier ausgeschnittene und auf hellem Grund aufgeklebte * Genreszenen in Form * Scherenschnitte beliebt.


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