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BeyArs Kunstlexikon

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Stundengebet, Chorgebet, Horen, Officium (divinum), Bezeichnung für gemeinsame Gebetszeiten, an denen die Kanoniker (nach dem Vorbild in benediktinischen Klöstern) im * Chor der Kirche siebenmal zu festgesetzten Tagesstunden (* Horen) und einmal in der Nacht teilnahmen.

Der tägliche Gebetszyklus umfasste den Stundengebetsgottesdienst vor Tagesanbruch (Matutin), die Frühmesse (Prim), das Tagamt (Terz), das Mittagsgebet um zwölf Uhr (Sext), den Vesperchor um fünfzehn Uhr (Non), die abendliche Vesper und das mitternächtliche Stundengebet (Complet). Bei den Lesungen war vor allem das auf den Benediktiner Benedikt von Aniane (gest. 821) zurückgehende * Homiliar gebräuchlich. In Nürnberg lässt sich das Stundengebet auch noch nach der Reformation (mit Ausnahme von Matutin und Complet) nachweisen. Entsprechende Aufzeichnungen finden sich in Nürnberg etwa im so genannten Mesnerpflichtbuch von St. Lorenz, in den Statuten der St.-Lorenz-Kirche sowie in der Kapitelordnung von St. Sebald und in der Sebalder Diakonatsordnung von 1697. An der Teilnahme verhinderte Geistliche verwendeten zur täglichen privaten Rezitation des Stundengebets das * Brevier. Ein vergleichbares Gebetbuch für Laien war im MA das * Stundenbuch.


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