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BeyArs Kunstlexikon

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Tragaltar, lateinisch altare portatile, altare mobile, auch * Portatile und Reisealtar genannt.

Von hohen weltlichen und geistlichen Würdenträgern seit dem 6. Jahrhundert urkundlich nachweisbar auf Reisen mitgeführte kleine Altäre. Unterhalb der * Mensa war meist eine * Reliquie eingesetzt. Bekannte Beispiele sind der Ende 9. Jh. entstandene Tragaltar Arnulfs von Kärnten (seit 887 ostfränkischer König, seit 896 römisch-deutscher Kaiser) in der Schatzkammer der Münchner Residenz und der zum * Welfenschatz gehörende Tragaltar des Goldschmieds und Emailleurs * Eilbertus aus der Mitte 12. Jh. Er zählt zu einer Gruppe in Köln hergestellter Tragaltäre, deren Wandung mit reichen Grubenschmelzarbeiten (* Grubenemail) verziert sind.

Auch der Benediktinermönch Rogerus von Helmarshausen wird als Hersteller von Tragaltären mit schönem Emaildekor namhaft gemacht (* Theophilus Presbyter). Spätere Tragaltäre waren oft nicht mehr als Opfertisch, sondern zusammenlegbar als * Diptychon oder * Triptychon ausgeführt. In dieser Form fanden sie auch Eingang in den Verwendungsbereich des Bürgertums und dienten gleichzeitig als Hausaltar.


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