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BeyArs Kunstlexikon

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Velde, van de, Henry Clemens (1863-1957), belgischer Architekt, Innenarchitekt, Maler, Graphiker, Entwerfer für Kunsthandwerk und Kunstschriftsteller.

Velde begann nach seiner akademischen Ausbildung zum Maler an der Antwerpener Kunstakademie als Maler in Paris und trat dem Künstlerkreis "L´Art Indépendant" bei. Der Künstler zählte zu den profiliertesten Initiatoren des * Art Nouveau und gründete 1892 in Brüssel die "Ateliers des arts industriels". Im Gegensatz zu anderen Künstlern (z. B. W. Morris), die eine Rückkehr zu alten handwerklichen Traditionen als Zielsetzung ansahen, bekannte sich Velde zur modernen Technik und der damit verbundenen Industrialisierung und Massenproduktion.

Vor allem in seinem 1894/95 erbauten Haus "Bloemenwerf" in Uccle bei Brüssel, für das Velde auch das gesamte Mobilar und die Einrichtungsgegenstände selbst entworfen hatte, verwirklichte der Künstler seine Vorstellungen einer ästhetischen, schlicht-eleganten und funktionellen Gestaltungsweise. Der Kunsthändler S. * Bing war von Veldes Kreationen so beeindruckt, dass er ihn mit den Entwürfen für die Räume seines Pariser Geschäfts betraute, dessen Aufschrift "La Maison de L'Art Nouveau" namengebend für die ganze Epoche wurde. Da Velde seit 1901 auch als künstlerischer Ratgeber für den Großherzog von Sachsen-Weimar tätig war, wurde er zu einem der einflussreichsten Vertreter des * Jugendstils.

1902 übernahm Velde die Leitung der neu gegründeten "Kunstgewerblichen Versuchsanstalt" der Weimarer Kunstschule, die er bis 1914 innehatte. Als einer der Initiatoren des * Deutschen Werkbunds war Velde auch für dessen künstlerische Weiterentwicklung mitbestimmend. Seit 1926 widmete sich der Künstler speziell dem von ihm gegründeten "Institut supérieur des arts décoratifs" in Brüssel. 1947 ließ sich Velde bleibend in der Schweiz nieder.


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