Anbieter: Wienerroither & Kohlbacher GmbH
Kunsthandel - Austrian Fine Art (neben dem Café Central)
, A-1010 Wien (Anfahrtsplan anzeigen)

Katalog: Band 11

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Grafik
Moderne Kunst ca. 1890 - 1945
Erotik, Akte

Art. Nr.: 26
GUSTAV KLIMT Wien 1862 – 1918 Wien
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MIT GESTRECKTEN BEINEN NACH LINKS SITZENDER HALBAKT, 1910

Roter Farbstift auf Papier, 370 x 551 mm
Nachlassstempel links oben
Provenienz: Galerie Würthle

Die nahsichtige, flächenfüllende Darstellung einer sitzenden Frau mit ausgestreckten Beinen gehört zu einer Gruppe von Aktstudien, die – 1910 entstanden – keinem bestimmten Gemälde zugeordnet werden können. Kurz zuvor war Klimt von einer Reise nach Spanien und Paris zurückgekehrt, die er im Herbst/Winter 1909-10 gemeinsam mit Carl Moll unternommen hatte. Vor allem die französischen Zeitgenossen hatten ihn dermaßen beeindruckt, dass er sich von seinem Goldenen Stil endgültig abwandte. In den Gemälden lockert sich ab 1910 sein Pinselstrich, die Farben werden bunt und hell; seine Allegorien, Porträts und Landschaften weisen eine neue Räumlichkeit auf. In den Aktzeichnungen betont Klimt die Natürlichkeit der zumeist runden, fülligen Modelle.

Dass er gerne die nicht-idealen Eigenschaften der weiblichen Körper hervorhebt, zeigt auch diese passiv in sich ruhende Frauengestalt mit dem leicht eingesunkenen Oberkörper. Die so gebildeten Falten und Rillen der Bauch- und Brustgegend stechen in aller Schärfe hervor, im Gegensatz zur weichen Rundung der mehrfach unterbrochenen Kontur des Rückens. Abstrakt gesehen ist die Zeichnung eine lebhafte Sequenz von rot leuchtenden, abwechselnd runden und geraden, weichen und scharfen, zarten und kräftigen Linien, die sich nach den beiden, waagerecht zueinander stehenden Hauptachsen richten. Einen Ruhepunkt innerhalb dieser Linienrhythmen bilden die auf den Knien ruhenden Hände, die Klimt besonders hervorhob. In dieser harmonischen Studie halten einander strenge Tektonik und weiche Natürlichkeit die Waage.

Marian Bisanz-Prakken

Literatur: Alice Strobl: Gustav Klimt. Die Zeichnungen. 1904 -1912. Band 2. Verlag Galerie Welz. Salzburg 1982, S. 234, WVZ Nr. 1964.

SEATED SEMI-NUDE WITH LEGS FACING LEFT, 1910
Red crayon on paper, 370 x 551 mm
Estate stamp (upper left)
Provenance: Galerie Würthle

The closely viewed depiction of a seated woman with her legs stretched out, filling the picture space, is one of a group of nudes created in 1910 which were not studies for a particular painting. Not long before this Klimt had returned from a trip to Spain and Paris where he had travelled with Carl Moll in the autumn and winter of 1909 to 1910. His contemporaries in France impressed him so much that he then completely abandoned his Golden Style. In his paintings from 1910 onwards, his brushstrokes became looser, the colours vivid and light. His allegories, portraits and landscapes gain a new sense of space. In his drawings of nudes, Klimt emphasized the naturalness of his curvaceous and voluptuous models.
This passive, contemplative female figure, her upper body drooping slightly forwards, demonstrates how Klimt tended to emphasize the less flattering features of the female body. The folds of flab on the belly and breasts stand out with great clarity, in contrast to the interrupted undulating outline of the back. Seen in terms of abstract forms, this drawing is a lively sequence of bold red lines – rounded and straight, soft and precise, subtle and bold – that are based on the framework of the two main horizontal axes. These linear rhythms draw to a halt in the hands resting on the knees, which Klimt accentuated. In this harmonious study there is an effective balance between stringent structure and soft naturalness.

Marian Bisanz-Prakken

Literatur: Alice Strobl: Gustav Klimt. Die Zeichnungen. 1904 -1912. Band II. Verlag Galerie Welz. Salzburg 1982, S. 234, WVZ Nr. 1964.


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