Anbieter: Schmidt Kunstauktionen Dresden, D-01099 Dresden (Anfahrtsplan anzeigen)

Mit einem äußerst qualitätvollen Angebot von Werken der Bildenden Kunst des 17. bis 21. Jahrhunderts sowie einer erlesenen Auswahl an Objekten aus dem Bereich des Kunsthandwerks präsentiert sich unser Haus in der diesjährigen Herbstauktion dem nationalen und internationalen Sammlerpublikum. Auftakt der Auktion und zugleich bedeutendstes Los aus dem Bereich der malerischen Werke des 19. Jahrhunderts bildet das wunderbare Kabinettstück von Johan Christian Clausen Dahl "Abendhimmel über hügeliger Landschaft", um 1830, Öl auf Leinwand, (Aufruf 50.000 Euro). Das unsignierte, jedoch mit einem Gutachten von Prof. Dr. H. J. Neidhardt ausgestattete Gemälde zeigt eine Landschaft aus der unmittelbaren Umgebung Dresdens mit dramatischem Wolkenhimmel. Solche Himmels- und Wolkenstudien schuf Dahl bereits seit seiner ersten Dresdner Zeit 1820/21, jedoch beschäftigte er sich in verstärktem Maße während der Italienreise 1821, unter dem Einfluß französischer Maler, mit diesem Thema. Der weite, den Himmel einnehmende Raum und die silhouettenhaft gegen den hellen Horizont stehenden dunklen, wenig differenzierten Flächen der Baumlandschaft sind beispielhaft für diese Werkgruppe. Adolf Wichmanns "Ein Gastmahl bei Rembrandt", um 1866, Öl auf Leinwand (Aufruf 15.000 Euro) ist das letzte und in wenigen Details nicht ganz vollendete Gemälde des Künstlers. Wohl als Auftragswerk des sächsischen Königshauses stellt es Rembrandt und seine Frau Saskia bei einem Mahl im Freien dar. Neben Zitaten der in der Gemäldegalerie in Dresden studierten Werke, drückt sich in dem großformatigen Gemälde die Wertschätzung Wichmanns seiner Lehrmeister und Zeitgenossen durch Portraitierung derselben aus - so lässt sich in dem zentral stehenden, ein Weinglas haltenden Herrn, Eduard Bendemann erkennen, Julius Schnorr von Carolsfeld zeigt sich im braunen Gewand und erklärendem Gestus am rechten Bildrand. Wichmann vereint in seinem Gemälde seine historischen und zeitgenössischen künstlerischen Vorbilder bei einem fiktiven Zusammentreffen. In der Rubrik der Gemälde des 20. Jahrhunderts sei zunächst auf das beeindruckende Gemälde „Ernterast“, Öl auf Leinwand, 1941, von Johannes Beutner verwiesen (Aufruf 20.000 Euro). Siegfried Klotz ist mit der Arbeit „Dresden“, 1998, Öl auf Leinwand, vertreten. Das Gemälde mit den für das Klotz’sche Werk typischen überdehnten Bauwerken und Bildelementen steht beispielhaft für die Werkgruppe der Dresdenansichten, welche das Erbe Gotthardt Kuehls und Bernhard Kretzschmars forttragen (Aufruf 6.000 Euro). Das enigmatische "Stilleben mit Eule", Mischtechnik auf Hartfaser, welches Wilhelm Lachnit um 1954 schuf, steht als Sinnbild für das Bedrohtsein der Kunst durch geltende Doktrinen einerseits und andererseits zeigt es den Willen des Künstlers, etwas Klares in reiner Form zu schaffen. Die außerordentliche Farbigkeit in den Werken Arnold Böcklins wirkte auf Robert Sterl wie ein „Keulenschlag, der ihn aus dem Dresdner Winterschlaf weckte“ – das zur Auktion stehende Gemälde „Reiter am Waldrand“, Öl auf Leinwand, 1899, verdeutlicht mit seinem wunderbaren Grün-Blau-Kontrast das Resultat dieses Weckrufs emphatisch. Die Arbeit wird mit 7.000 Euro Limitpreis angeboten. Eine kleine Sensation stellt die Stoffapplikation „Vogelflug über Gärten“ aus den 1960er Jahren von Elisabeth Ahnert dar, denn bisher sind Arbeiten aus dieser Werkgruppe der Künstlerin mit ihrem dichten und festlichen Bildaufbau auf dem Auktionsmarkt noch nicht angeboten worden. Die Arbeit, durch „die Zutat von Perlen in ihrem Glanz erhöht“, wird dem Sammlerpublikum für 2.200 Euro angeboten. Nicht unerwähnt bleiben sollten an dieser Stelle auch die beiden Gemälde von Otto Altenkirch „Herbstwolken über dem Heller“ und „Birckenheide“ (Aufruf 4.000 Euro bzw. 3.600 Euro), die „Sommerliche Fjordlandschaft mit Mutter und Kind“ von Hans Andreas Dahl (Aufruf 6.000 Euro) sowie Gemälde von Josef Hegenbarth, Harald Metzkes, Helmut Schmidt-Kirstein und Paul Wilhelm. Als Highlights aus der Abteilung der Arbeiten auf Papier des 20. Jahrhunderts dürfen wir u. a. Pol Cassels „Katze auf Blau“, Aquarell, von 1926 präsentieren – diese Arbeit zeigt mit hoher Wahrscheinlichkeit die Katze des mit Cassel befreundeten Otto Dix (Aufruf 2.700 Euro) und auch die Zeichnung „Bürgerkrieg“, Mischtechnik, von Werner Tübke aus dem Jahr 1978, welche als Vorarbeit zu dem Monumentalwerk „Frühbürgerliche Revolution in Deutschland“ verstanden werden kann, beeindruckt – offenbart sie doch, mit welcher Detailliertheit der Künstler bereits in dieser frühen Entstehungsphase Szenen mit großer Dramatik konstruierte und in der für ihn typischen Manier gestaltete (Aufruf 5.000 Euro). Abschließend soll noch auf den Bronze-Kopf von Dietrich Klinge aus dem Jahr 1991 verwiesen werden. Der Künstler, dessen skulpturales Werk sich auf die menschliche Form konzentriert, erzeugt mit seinen abstrakt-figurativen Formen eine archaisch anmutende Bildwelt mit ungewöhnlicher Mimik und Gestik. Seine Arbeiten wirken wie grob behauene Holzskulpturen, tatsächlich aber sind es ausschließlich Bronzegüsse, in denen die Oberflächenstruktur der Holzmodelle erhalten ist (Aufruf 1.200 Euro).

Katalog: Highlights der 37. Kunstauktion am 14.09.2013
Art. Nr.:
Unger, Hans, Bildnis der Tochter des Künstlers mit Kappe und Hermelinkragen. 1907.
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  farbstift
Öl auf vorgrundierter Malpappe. Signiert "Hans Unger" und datiert am Bildrand re. Verso in blauem Farbstift monogrammiert "H.U." o.Mi. und darunter nummieriert "110". In vergoldeten, masseverziertem Neorokoko-Rahmen mit ovalem Bildausschnitt. Verso mit brandgestempeltem Künstlernamen u.li. Mehrfach nummeriert "49", "68" und "14".

Hans Unger gilt bis heute als einer der führenden Repräsentanten des deutschen Kunstfrühlings an der Wende zum 20. Jahrhundert. Bereits um 1900 waren seine Werke in zahlreichen internationalen Ausstellungen vertreten und Unger avancierte zum gefragten Portraitisten. Das Bildnis seiner Tochter, zum damaligen Zeitpunkt erst vier Jahre alt, ist typisch für Ungers Malweise: Er schuf inszenierte Repräsentationsportraits, bei denen die Wiedergabe einer tatsächlichen, nahsichtigen Ähnlichkeit hinter der Absicht der Typisierung zurücktrat. Seine Tochter diente Unger wohl in zahlreichen Arbeiten als Modell - zwei weitere sind bekannt: in den Gemälden "Mutter und Kind" aus den Jahren 1909 und 1912, deren Existenz historische Fotos belegen (Vgl. Ausst.katalog Rolf Günther, 1997), findet sich derselbe schmallippige Mädchentypus mit langen blonden Haaren und großen, eindrucksvollen Augen.


Für freundliche Hinweise danken wir Herrn Rolf Günther, Städtische Sammlungen Freital auf Schloss Burgk.

Malschicht mit kleinen Retuschen, vor allem in der unteren Bildhälfte. Rahmen bestoßen.

57,5 x 44,5 cm, Ra. 67,6 x 55,5 cm
Schätzpreis: € 3.000,00



Highlights der 37. Kunstauktion am 14.09.2013
Lachnit, ... Schrock, ... Unger, Ha... Tübke, We... Dahl, Joh...