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Art. Nr.: 22
GUSTAV KLIMT Wien 1862 – 1918 Wien
FREUNDINNEN IN UMARMUNG, 1905/06
Bleistift auf Papier, 345 x 550 mm
Nachlassstempel rechts unten
Studie zu „Wasserschlangen II“ (2. Zustand, 1907)
Im Rahmen seiner Gemälde „Wasserschlangen I“ (1904–1907) und „Wasserschlangen II“ (1904–1907) wandte Klimt sich erstmals in seinem Werk dem Thema der lesbischen Liebe zu. Mit diesen beiden Darstellungen von ineinander verschlungenen, beziehungsweise über- und nebeneinander gleitenden Frauengestalten wurde das endlose Schweben oder Getriebenwerden in Gemälden wie „Bewegtes Wasser“ (1898), in „Sehnsucht nach Glück“ (Beethovenfries, 1902) oder „Irrlichter“ (1903) um eine Dimension erweitert. Zahlreiche Studien widmete Klimt dem Motiv von einander umarmenden Frauengestalten.
Die hier präsentierte Arbeit gehört zur Gruppe der 1905–06 entstandenen, erotisch geprägten Studien, mit denen Klimt die zweite Fassung des Gemäldes „Wasserschlangen II“ vorbereitet hat. Obwohl sich die Frauen im statischen Zustand des Liegens befinden, erwecken sie auf Grund des fließenden Verlaufs ihrer Umrisslinien den Eindruck, an der Bildfläche entlang zu treiben. Zu diesem Eindruck trägt die wellenförmige Gestaltung der Textilien, auf denen die Modelle ruhen, sehr wesentlich bei. In der höchst ausgewogenen Flächenorganisation, an der das untere leere Feld einen vitalen Anteil hat, spielt die „Architektur“ der geometrischen, am oberen Bildrand positionierten Polsterformen auf raffinierte Weise mit. In der Rückenfigur bildet die kleine, dunkle Insel des Geschlechts – wie in vielen Beispielen dieser Gruppe – den sinnlichen Blickfang der Studie. Die metallische und gleichzeitig sinnliche Schärfe der Bleistiftlinien findet ihre kongeniale Entsprechung in den gleichzeitig entstandenen Hauptwerken des Goldenen Stils.
Marian Bisanz-Prakken
Literatur: Alice Strobl: Gustav Klimt. Die Zeichnungen. 1904 – 1912. Bd. 2. Verlag Galerie Welz. Salzburg 1982, WVZ Nr. 1479
GIRLFRIENDS EMBRACING, 1905/06
Pencil on paper, 345 x 550 mm
Estate stamp (lower right)
Study for ´Water Snakes II`(2nd version, 1907)
It was while working on his paintings Water Snakes I (1904–1907) and Water Snakes II (1904–1907) that Klimt first turned to the subject of lesbian love in his work. These two depictions of female figures – intertwining and floating beside each other, above and below –add a new dimension to the figures being swept along in an eternal stream to be found in paintings like Moving Water (1898), Longing for Happiness (Beethoven Frieze, 1902) or Irrlichter [Will-o’-the-Wisps] (1903).
Klimt did numerous studies of women embracing. This work is one of the erotic studies of 1905–06 in which Klimt prepared the second version of Water Snakes II. Although the women are lying still, the flowing outlines convey the impression that they are being swept across the picture surface. The wavy designs on the textiles, which the models are lying on, contribute to this effect. The ‘architecture’ of the geometric cushions at the top of the picture plays an important part in the extremely balanced composition of planes and the empty area at the base is also vital. The small, dark genitals of the figure with her back to us are the sensual eye-catcher in this study, as is the case in so many examples in this group. The pencil lines, which have both metallic and sensual clarity, find a perfect parallel in the masterpieces of the Golden Style that the artist created at the same time.
Marian Bisanz-Prakken
Literatur: Alice Strobl: Gustav Klimt. Die Zeichnungen. 1904 – 1912. Bd. 2. Verlag Galerie Welz. Salzburg 1982, WVZ Nr. 1479.
Preis: nicht vermerkt
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