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10 Jahre
Kunsthandel W.& K.

Ausstellungskatalog
Gustav KLIMT
Egon SCHIELE

Salzburg World
Fine Art Fair

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Künstlerbiographien
 

Wienerroither & Kohlbacher GmbH
Kunsthandel - Austrian Fine Art
, A-1010 Wien, Website öffnen

Kaufobjekt

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Malerei
Moderne Kunst ca. 1890 - 1945
Stadtansichten, Häuser, Veduten

Art. Nr.: 39
EGON SCHIELE Tulln 1890 – 1918 Wien
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DÄCHER VON KRUMAU, um 1908

Öl auf Karton, 26 x 26,5 cm
Monogrammiert und (unkorrekt) datiert links unten: ES 10
Verso: Klebeetikett: Biennale di Venezia ´84| 33/1, sowie ein Klebeetikett, undeutlich lesbar: Dächer (Krumau) von Egon Schiele …Echtheit bestätigt…

Eine schicksalhafte Beziehung verband Egon Schiele mit der südböhmischen Stadt Krumau (heute Český Krumlov) an der Moldau, dem Geburtsort seiner Mutter. Während eines Familienaufenthaltes zum Jahreswechsel 1904/05 starb dort sein Vater. Eine weitere Reise Schieles nach Krumau in Begleitung seiner Künstlerfreunde Erwin Osen und Anton Peschka ist für 1910 verbürgt. 1911 schließlich ließ er sich mit seiner Lebensgefährtin Wally Neuzil dort nieder. Das in wilder Ehe lebende Paar erregte aber bald den sittlichen Unmut der einheimischen Bürgerschaft und musste nach Neulengbach in Niederösterreich übersiedeln.
Das pittoreske Stadtbild Krumaus regte den Künstler zu einer Reihe von Gemälden an, die meist in starker Aufsicht, von den Stadttürmen oder dem Schlossberg herab geschaffen wurden. Sie sind durchwegs in gedeckten Erdtönen mit nur spärlich eingesetzten leuchtenden Farbakzenten gehalten und schildern keine topographische Realität, sondern legen auf fast kafkaeske Weise hinter der Idylle des mittelalterlichen Kleinstädtchens eine seelische Irritation frei. Aus der extremen Vogelperspektive gesehen, erscheinen die Häuser wie auf dem Feld eines Brettspiels und ballen sich zu abstrakten Konfigurationen zusammen. Diese expressiven Stadtansichten Schieles weisen eine formale Ähnlichkeit mit den Landschaften Gustav Klimts auf und lassen manchmal an die Organisation der Bildfläche bei Paul Klee denken. Bei der Studie der "Dächer von Krumau" handelt es sich um eine frühe Vorstufe zu jener Serie, die als "Tote Stadt" einen markanten Höhepunkt im Schaffen Egon Schieles darstellt.
Edwin Lachnit

Literatur: Jane Kallir: Egon Schiele. The complete works. New York 1998, WVZ Nr. 134.


ROOFS IN KRUMAU, c. 1908
Oil on cardboard, 26 x 26.5 cm
Initialed and (incorrectly) dated (lower left): ES 10
Verso: label: Biennale di Venezia ´84| 33/1, and a label which is not very legible: Dächer (Krumau) von Egon Schiele …Echtheit bestätigt…

Egon Schiele’s fate was inextricably linked with the South Bohemian town of Krumau (today Český Krumlov) on the Moldau, where his mother was born. His father died while they were staying there over New Year in 1904/05. We know that Schiele also went to Krumau with his artist friends Erwin Osen and Anton Peschka in 1910. In 1911 he finally settled there with his partner Wally Neuzil. But the couple were ‘living in sin’ and soon aroused the moral indignation of the local population, so they were obliged to move to Neulengbach in Lower Austria.
The picturesque cityscape of Krumau inspired the artist to paint a number of paintings, usually looking down on the scene from the town’s towers or the Schlossberg. They are all rendered in muted earthy shades with a sparing use of bright colour touches and don’t capture the topography but in Kafkaesque manner uncover a psychological irritation behind the idyll of the medieval small town. Seen from this extreme bird’s-eye perspective, the houses appear to be scattered across a board game and cluster into abstract configurations. Schiele’s expressive cityscapes bear a formal resemblance to Gustav Klimt’s landscapes and sometimes recall the organization of the picture surface in Paul Klee’s work. The study Roofs in Krumau is an early preliminary stage to the series Dead City, an important highlight in Egon Schiele’s oeuvre.

Edwin Lachnit

Literatur: Jane Kallir: Egon Schiele. The complete works. New York 1998, WVZ Nr. 134.

Preis: nicht vermerkt


Band 11
36 38 39 40 41
WILHELM N... EGON SCHI... EGON SCHI... EGON SCHI... EGON SCHI...