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Art. Nr.: 40
EGON SCHIELE Tulln 1890 – 1918 Wien
WEIBLICHER AKT, 1912
Bleistift auf Papier, 475 x 309 – 314 mm
Signiert und datiert rechts oben: EGON | SCHIELE | 1912
Verso: mit Bleistift bezeichnet: von Frau Roessler als Geschenk erhalten 15.I.1923 | vom Vater, Josef Riedl, als Geschenk erhalten 22.2.1958 | Meiner Tochter Barbara May 2003 vom Väterchen
Provenienz: Sammlung Dr. Rupert Riedl, Wien
Die Zeichnung wird in das Werkverzeichnis von Jane Kallir unter der Nummer D. 1053a aufgenommen.
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Schiele erreichte seine künstlerische Reife 1910, kurz vor seinem 20. Geburtstag. Im Laufe der darauf folgenden fünf Jahre entwickelte er sich sehr rasch weiter. Sein Stil wandelte sich immer wieder auch innerhalb eines einzigen Jahres. Ende 1911 und Anfang 1912 änderte sich der feste und relativ dunkele Strich Schieles und wurde lockerer und heller. Er verwendete ab nun einen härteren Bleistift (ähnlich dem Stift, den sein Mentor Gustav Klimt verwendete), der viel zartere Linien entstehen ließ. Möglicherweise übte auch Auguste Rodin einen Einfluss auf ihn aus. Die ätherischen Zeichnungen des französischen Meisters, die in Wiener Künstlerkreisen bekannt waren, zeigen Ähnlichkeiten mit Schieles Arbeit.
Weiblicher Akt ist sehr typisch für die Akte, die Schiele in der ersten Hälfte von 1912 schuf. Sein Bleistift bewegte sich so schnell, dass der Künstler beinahe die Kontrolle über die Konturen seines Sujets verlor. Es ist auch möglich, dass sich das Model bewegte, da ihre Haare vor ihrem Gesicht zu hängen scheinen. Diese stilistische Phase setzte sich nicht in der zweiten Hälfte von 1912 fort, da Schiele zu einem weicheren, dunklerem Bleistift zurückkehrte, und seine Zeichnungen anfingen sich zu verdichten.
Wie auf der Rückseite des Blattes angemerkt, wurde Weiblicher Akt von Ida Roessler, der Frau des anerkannten Kunstkritikers Arthur Roessler, dem österreichischen Bildhauer Josef Riedl im Jänner 1923 geschenkt. Arthur Roessler war ein enger Freund und Förderer Egon Schieles und möglicherweise bekam er die Zeichnung direkt vom Künstler. Die bestehende Beziehung zwischen Riedl und den Roesslers ist in Riedls Tagebuch 1920 dokumentiert. Weiblicher Akt blieb seit dieser Zeit im Besitz der Familie Riedl.
Jane Kallir
Literatur: Jane Kallir: Egon Schiele. The complete works. New York 1998.
FEMALE NUDE, 1912
Pencil on paper, 475 x 309 – 314 mm
Signed and dated right: EGON | SCHIELE | 1912
Verso: inscribed with pencil: von Frau Roessler als Geschenk erhalten 15.I.1923 | vom Vater, Josef Riedl, als Geschenk erhalten 22.2.1958 | Meiner Tochter Barbara May 2003 vom Väterchen
Provenance: Collection Dr. Rupert Riedl, Vienna
The drawing will be included in the forthcoming catalogue raisonneé by Jane Kallir with number D. 1053a.
Schiele, who reached artistic maturity in 1910 shortly before his 20th birthday, developed very rapidly over the course of the next five years. Between 1910 and 1915, his style sometimes underwent several noticeable changes in the course of a single year. In late 1911 and early 1912, Schiele’s lines, which had been bold and relatively dark, became much looser and lighter. He switched to a hard pencil (not unlike the sort of pencil used by his mentor, Gustav Klimt), which produced far more delicate lines. It is possible that Auguste Rodin was also an influence at this time. The French master’s ethereal drawings, which were known in Viennese art circles, evidence some resemblance to Schiele’s work.
Female Nude is typical of the nudes drawn by Schiele in the first half of 1912. His pencil was moving so quickly that the artist almost lost his grasp on his subject’s anatomy. Possibly the model, too, was moving, for her hair seems blown in front of her face. This particular stylistic phase did not persist into the second half of 1912, at which time Schiele reverted to a softer, darker pencil, and his drawings began to increase in physical solidity.
As noted in an inscription on the verso, the drawing Female Nude was given by Ida Roessler, the wife of the noted art critic Arthur Roessler, to the Austrian sculptor Josef Riedl in January 1923. Arthur Roessler was a close friend and patron of Egon Schiele, and it is possible that he got the drawing directly from the artist. The ongoing relationship between Riedl and the Roesslers is documented in Riedl's diary entries from the mid 1920s. Female Nude has remained in the Riedl family since that time.
Jane Kallir
Literatur: Jane Kallir: Egon Schiele. The complete works. New York 1998.
Preis: nicht vermerkt
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