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Wienerroither & Kohlbacher GmbH
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, A-1010 Wien, Website öffnen

Kaufobjekt

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Malerei
Moderne Kunst ca. 1890 - 1945
geometrische oder abstrakte Darstellung und Kompositionen

Art. Nr.: 45
MAX WEILER Absam bei Hall in Tirol 1910 – 2001 Wien
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HIMMELSGEGEND, 1976

Eitempera auf Leinwand, 200 x 198 cm
Signiert und datiert rechts unten: Weiler 76

Drei Jahrzehnte nach dem Kriegsende und seinem abermaligen Aufbruch in die Moderne (Weiler hatte vor dem Zweiten Weltkrieg mit der religiös inspirierten Neulandmalerei einen ersten Anlauf unternommen) stand die europäische Kunstwelt einmal mehr vor einer Sinnkrise. Die Strategien der späten Moderne waren zu dieser Zeit längst in Routine erstarrt, innovative Strömungen versuchten das Kunstrepertoire um Motive aus der Geschichte, der Zukunft und des Alltags zu erweitern. Weilers ursprüngliches spirituelles Kunstkonzept der 1930er Jahre, das in der Zwischenzeit vielerlei Krisen und Transformationen erdulden musste, enthüllte sich in dieser Situation plötzlich als zeitrichtiges, tief gegründetes und solide entwickeltes Modell einer neuen Kunstpraxis. Was längst unerkannt vorhanden war, wurde nun endlich verstanden. Die späte historische Gerechtigkeit von Weilers überregionalem Erfolg begann um 1970 mit dem großformatigen Bilderzyklus der „Vier Wände“ (im Herbst 2007 erscheint dazu eine Werkmonographie des Wiener MUMOK). Natur erscheint in dieser universalen Bildwelt, die den Betrachter regelrecht umfangen will, nicht nur als Werk eines göttlichen, sondern auch eines künstlerischen Schöpfers. So könnte man die individualistischen, feinen Striche und Tupfer interpretieren, die Weiler dafür entwickelte, vor allem aber das, was man nicht sieht: Den diffusen Raum zwischen den Farbflecken, das Nichts, das Vielleicht. Weiler kannte es schon seit 1930 aus der altchinesischen Landschaftsmalerei. Dieser Schwebezustand ist typisch für das gesamte Spätwerk des Künstlers und vermittelt auch einiges von den Sehnsüchten der fortschrittskritischen postindustriellen Ära.

Matthias Boeckl

Literatur: Gottfried Boehm: Der Maler Max Weiler. Das Geistige in der Natur. Springer-Verlag. Wien 2001, S. 321.

SKY REALM, 1976
Egg tempera on canvas, 200 x 198 cm
Signed and dated (lower right): Weiler 76

Three decades after the end of the war, Weiler launched himself into modernism once more (before the Second World War, he had first approached modernism in his religiously inspired Neuland painting). It was a time when the European art world was once again facing crisis. The strategies of late modernism had long since stagnated into routine; innovative movements were trying to expand art’s repertoire with motifs from history, the future and everyday life. Weiler’s original spiritual artistic concept from the 1930s, which in the meantime had undergone all sorts of crises and transformations, now suddenly emerged as an up-to-date, deep and sound model for a new artistic practice. What had existed for a long time without being recognized was at last understood. Weiler’s deserved success on a wider than regional scale started around 1970 with his large cycle Four Walls (in autumn 2007 a monograph will be published about these by the MUMOK in Vienna). In this universal pictorial world, nature seems to envelop the viewer and appears to have been created not only by a divine but also by an artistic creator. One could interpret the individualistic, fine strokes and daubs that Weiler developed in this way. But this is especially true of what we do not see: the diffuse space between the patches of paint, the visual void and perhaps. Weiler had known about this since 1930 from his study of early Chinese landscape painting. This floating state is typical of the artist’s late work and conveys a feel of the yearnings of the progress critical post-industrial era.

Matthias Boeckl

Literatur: Gottfried Boehm: Der Maler Max Weiler. Das Geistige in der Natur. Springer-Verlag. Wien 2001, S. 321.

Preis: nicht vermerkt


Band 11
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