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Art. Nr.: 716
Graff, Anton
1736 Winterthur - 1813 Dresden
Bildnis des Johann Christian Stemmler, Öl auf Leinwand. Doubliert. 58,5 x 48cm. Rahmen.
"Anton Graff verstand es, über die äußere Ähnlichkeit hinaus, den Charakter eines Menschen genau zu treffen. Im ausgehenden 18. Jahrhundert wurde er so zum eigentlichen Schöpfer des bürgerlichen Frauen- und Männnerporträts in Deutschland und zugleich zum Maler deutschsprachiger Dichter und Denker zwischen Aufklärung, Klassik und Frühromantik.
Stemmler (1701-1773) war evangelischer Theologe, Professor und Consistorialmitglied in Leipzig sowie Capitular in Meissen, ab 1751 auch Pastor an der Thomaskirche Leipzig und Superintendent ebenda. Er ist hier in seiner Amtstracht als Superintendent dargestellt. Der Leipziger Verleger Philipp Erasmus Reich hat von Graff zahlreiche Porträts zeitgenössischer Gelehrter und Aufklärer für eine ""Freundschaftsgalerie"" malen lassen, darunter Lessing, Moses Mendelsohn, Sulzerg und eben auch Stemmler.
Bei dem vorliegenden Gemälde handelt es sich laut Berckenhagen um eine eigenhändige ""Replik (? oder alte Kopie) nach 1301"", dem Stemmler-Porträt aus der Sammlung Reich, heute in der Universitätsbibliothek Leipzig. Dass Graf Repliken seiner Porträts malte, ist nicht ungewöhnlich: Von seinem Bildnis des Johann Fürchtegott Gellert (ebenfalls Sammlung Reich) z.B. existieren nicht weniger als sieben Fassungen.
Provenienz: -Auktionskatalog Lepke, Berlin 30.9.-1.10.1913, Nr.209, Taf. 6 (dort verzeichnet als Anton Graff, Porträt eines sächsischen Bürgermeisters) -Schweizer Privatsammlung
Literatur: -Ekhart Berckenhagen. Anton Graff -Leben und Werk, Berlin 1967, S. 342 -Katalog der Anton Graff-Ausstellung im Museum der Bildenden Künste Leipzig 1986, S. 77
Rückseitig: Reste eines Klebezettels."
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