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Galerie Sandhofer
Bilder, Grafik, Zeichnung, Unikatschmuck, Autorenschmuck
, A-6020 Innsbruck, Website öffnen

Kaufobjekt

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Malerei
zeitgenössische Kunst (1945 - heute)
zeitgenössische Kunst - contemporary
Landschaft
Maritime Motive
Natur

Art. Nr.:
Wellenbrecher 21.02.11:23 2007 - 90x130cm / Öl/Leinwand
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Robert Motelski Polen/Warschau

" IM RHYTHMUS DER NATUR "
Datum: 07.12.2007 - 03.03.2008


Peter Greenaway beneidet Maler um die Freiheit. Denn er selbst, fühlt sich durch die Wesensart der Medien, mit welchen er arbeitet, verpflichtet Geschichten zu erzählen, die sich auf vorher entstandene Drehbuchtexte stützen oder den Schauspielern und Handlung untergeordnet werden. Deshalb sagt er „Genug!“ zum Kino, das als ein Werkzeug der emotionellen Katharsis verstanden wird. Er betont, dass er auf Realisation seiner eigenen ästhetischen Konzepte wert legt. Greenaway ist sich bewusst, dass Kino eine zweidimensionale Fläche ähnlich der eines klassischen Bildes ist, nur zusätzlich mit der Möglichkeit Bewegung zu zeigen. Er will sich also in seinen Filmen hauptsächlich auf formellen Aufbau, Regeln, Komposition und Schnitt konzentrieren.
Worum dieser Lärm? Wozu diese Manifestation? Kann man nicht einfach zu werken beginnen, so wie er es sagt? Das ist nicht so einfach, denn von einem Film erwartet man eine Fabel, Gestalten, mit welchen man sich identifizieren kann, wieder erkennbare und ins tägliche Leben anwendbare Emotionen. Die Rolle der formalen Experimente gehört wie selbstverständlich den Malern, die gar nicht darum kämpfen müssen. Die Geschichte der Kunst des XX. Jahrhunderts begann auf diese Weise; das Fragment einer auf Keilrahmen aufgezogenen Leinwand wurde ein Mikrokosmos mit eigenen Regeln.

Robert Motelski, Autor der Bilder der Ausstellung „Im Rhythmus der Natur“ der Galerie Sandhofer, kann mit seiner malerischen Arbeit auf schon von Vorgängern aufbereitetem Terrain aufbauen. Die Freiheit des Schaffens, die er hat, ist nicht nur eine Segnung. Es ist auch eine Rivalität um Einmaligkeit, Originalität, Neues. Motelski verzichtet auf Konfrontationen. Erzählungen über das Leben, menschliche Psyche, oder die symbolische Bedeutung von toten Gegenständen interessieren ihn nicht. Er lässt das Alles hinter sich, um Anordnungen, Strukturen und Formen in scheinbar wenig effektvollen Fragmenten der Realität zu suchen. Schilfrohr, Blätter, Gräser, Bäume – das sind die Themen der Ausstellung in der Galerie Sandhofer. Keine Interventionen der modernen Welt greifen in das Grün ein. Dabei gibt es hier keine Sentimentalität oder aufdringliche Emotionalität. Der Künstler schöpft aus dem Rhythmus der Natur und bildet sie auf seine Art und Weise ab, gleichzeitig benützt er sie als Vorwand um eine breitere Reflexion über die Art des Anschauens anzuregen. Zweideutige Formen der Pflanzen schaffen von allein Abstraktes. Die Welt der Natur erschafft eigene Kompositionen und Motelski stellt sich in Position als Selektor der ästhetischen Eindrücke. Ohne unbrauchbare Ideologie und „Literatur“.

Robert Motelski ist noch ein sehr junger Künstler. Geboren 1977, diplomierte er 2002 mit Auszeichnung an der Fakultät für Malerei der Europäischen Akademie der Künste in Warschau. Er hatte bereits 9 Einzelausstellungen, (u.a.: Galeria Olympia, Krakau; Galeria Milano, Warschau; Galeria TEST, Warschau) und über 30 Gemeinschaftsausstellungen (u.a.: International Art Fair, Vernissage, Royal College of Art, London; AAF, Vernissage, New York; Focus, Design Centre, London). 2004 bekam er vom Ministerium für Kunst und Kultur ein Stipendium. Seine Werke befinden sich in Sammlungen in England, Belgien, Holland, Schweiz, Polen.

Wie für viele Künstler seiner Generation ist für ihn „das Auge“ des Fotoapparates die große Inspiration. Protagonist dieser Einstellung in der europäischen Malerei war der belgische Künstler Luc Tuymans, welcher nicht nur aus Fotos schöpfte, sondern auch aus Filmen und Fernsehen, und von jedem dieser Medien die charakteristische Perzeption miteinander mischt.
Robert Motelski benützt solche fotografische Effekte wie große Annäherungen, Belichtung der zweiten Ebene bei verdunkelter erster, Spiele mit der Schärfe. Seine Bilder tragen Titel wie: „Schilfrohr 23 September 15:22 2006”, welche dem Klick des Fotoapparates näher sind als der Malerei. Das bewirkt, dass der Betrachter radikal seine Gewohnheiten des Betrachtens ändern muss und verleiht dem Ganzen eine Atmosphäre des Unrealen.
In der Blütezeit einer Epoche, die von Manipulationen der Sinne lebt, wundern wir uns noch immer über solche kleinen Verschiebungen. Vielleicht wirkt gerade nicht die hyperreale Realität auf uns, sondern diese subtilen, dem Anschein nach normalen Bilder, welche dies sagen: Schau, dieses Gras ist un(gewöhlich).

OLA JACH - 2007

Preis auf Anfrage:


ROBERT MOTELSKI
Junge Kunst
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