|
Art. Nr.: 179
Franz Pforr
(Frankfurt 1788–1812) und Joseph Wintergerst (Wallenstein 1783–1867 Düsseldorf) Götz und Bruder Martin, aus Goethes “Götz von Berlichingen”, Szene 2, I. Akt, Gouache über Bleistift, auf Papier, 20,6 x 14,1 cm, kaschiert, auf Unterlage l. fixiert, Passep., gerahmt, (Sch)
Laut einem Gutachten von Prof. Dr. Phil. Dr. H. C. Jens Christian Jensen
ist das Motiv und die dem vorgestellten Blatt zugrunde liegende Pause
ein Werk Franz Pforrs, während die Kolorierung von der Hand Joseph Wintergersts stammt.
Pforr hatte von seinen 10 Skizzen für Illustrationen zu Goethes „Götz von Berlichingen“, bevor er sie an Goethe nach Weimar schickte, Pausen hergestellt, um auch während seines Romaufenthaltes weiter an den Entwürfen arbeiten zu können. Pforr war Mietglied des Lukasbundes und hatte sich 1811 in Rom gemeinsam mit Wintergerst und Friedrich Overbeck der Klostergemeinde S. Isidoro angeschlossen. Es war auch Wintergerst, der den kranken Pforr bis zu seinem Tode pflegte, und sicherlich auch einiges aus dessen Nachlass bewahrte, so laut Jensen wohl auch 10 Pausen. Acht dieser Pausen haben sich in der Sammlung Lahmann erhalten und wurden nach Lahmanns Tod zwischen der Bremer Kunsthalle und dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden aufgeteilt. Zwei Pausen fehlen. Es handelt sich genau um „Götz und Bruder Martin“ sowie um „Herberge und Bauernhochzeit“. Für die Kolorierung des Blattes kommt, laut Jensen, Pforr nicht in Frage. Sowohl die Ausführung der Figuren, die schmale Raumbühne als auch die bunte Farbigkeit der Komposition sprechen seiner Meinung nach für Wintergerst als Urheber, der sich auch in seinem späteren Werk immer wieder mit Themen Pforrs auseinander gesetzt hat.
Schätzpreis: von € 4.000,00 bis € 6.000,00
|