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Art. Nr.: 156
Johann Wolfgang von Goethe
(Frankfurt 1749–1832, Weimar) Blick auf die Peterskirche in Rom, Feder in Braun, schwarz laviert, auf Papier, 19,5 x 15 cm, stockfleckig, o. Passep., o. R., (Sch)
Provenienz:
Aus dem Nachlass von Angelika Kauffmann. Legende auf beigefügtem Zettel ”Handzeichnung Goethes von Rom 1787/ aus dem Nachlass von Angelika Kauffmann/ Eine ähnliche Zeichnung sandte G. an Frau von Stein” Die vorliegende Zeichnung ist vermutlich während Goethes Italienaufenthalt 1786–88 entstanden und dürfte für sein Reisetagebuch bestimmt gewesen sein, das er mit einer Folge von Skizzen illustrierte. Sie besitzt große Ähnlichkeit mit Blättern im Weimarer Goethe-Nationalmuseum (vgl. Gerhard Femmel, Corpus der Goethe-Zeichnungen , Bd. II Nr. 263 und Bd. III Nr. 35, Leipzig 1960 und 1965.), in denen sich Goethe dem Blick auf Rom vom Monte Pincio aus widmete. Im Februar 1787 fertigte er innerhalb von zwei Wochen eine Reihe kleiner Skizzen an, die er anschließend mit der Feder überarbeitete und manche auch bunt aquarellierte. Die meisten Motive fand er in der Villa Borghese, wobei ihm der Gesamteindruck meist wichtiger war als die historische Kuriosität oder die topografische Genauigkeit, bereitete ihm damals doch die Organisation des Raumes noch sichtlich Schwierigkeiten. So ist auch in der vorliegenden Zeichnung der Petersdom nur schemenhaft angedeutet und in eine idealisierte Landschaft eingebettet. Deutlich ist auch der Einfluss seines wichtigsten Lehrmeisters im Landschaftszeichnen, Philipp Hackert zu erkennen, den er schon in Neapel kennengelernt hatte, sich aber erst in Rom darum bemühte, ihm auch ernsthaft zu folgen. Die zeichnerische Tätigkeit von Goethe ist stets im Kontext einer “umfassenden schöpfenden Kraft” zu sehen, die ihn zu Dichtung, Naturforschung und bildender Kunst gleichermaßen drängte. Die Zeichnung ist für ihn ein Medium der visuellen Wahrnehmung und Veranschaulichung des erlebten Augenblicks, das ihn nicht nur auf ein ernsthaftes Studium der Natur vorbereitet hätte sondern ihm auch jene “anschauende Kenntnis” der Dinge ermöglichte, die stets im Zentrum seines Interesses stand.
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