(Fürth/Bayern 1836-1897 München) Antikisierende Wasserträgerin Bronze, gegossen, patiniert; stehende, nackte Dame mit einer antiken Amphore auf der rechten Schulter, den Kopf hat sie leicht zu Boden geneigt; auf der Plinthe signiert: I. Hirth; H. 139,4 cm
Johann Christian Hirt (1836-1897) war Schüler der Münchner Akademie, wo er sich schon früh als besonders talentiert unter den Studenten hervorhob. Neben einigen Medaillen erhielt er bereits sehr früh größere Aufträge wie etwa das Grabmal für den Sohn des Malers und Fotografen Franz Hanfstaengl. In den Sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts schuf er Statuen für das alte Nationalmuseum in München und Reliefs für die Gruft der Königin Marie von Bayern. In der Schatzkammer in München wird weiters ein Elfenbeinfries für ein, dem Prinzen Karl von Bayern gewidmetes und von Franz Seitz entworfenes Album verwahrt. Hirts Ruhm erreichte bald das bayerische Königshaus und so kam es, dass auch König Ludwig II. den Auftrag an ihn erteilten, einige Skulpturen in Marmor zu schaffen. So entstammen z. B. die Skulpturen im Schloss Linderhof und die Figuren der "Vier Weltteile" in der kleinen Galerie von Schloss Herrenchiemsee aus seiner Hand. Von großer Beliebheit waren Hirts Figurengruppen mit Themen aus der griechischen Mythologie sowie der deutschen Sage und Dichtung. Da er diese teilweise auch als zierliche Kleinplastiken in Bronze und Silberguss ausführte, erfreuten sie sich einer breiteren Abnehmerschicht. In den späten Achziger Jahren des 19. Jahrhunderts entwarf Hirt das Kriegerdenkmal für seine Geburtstadt Fürth. Für die Münchner Residenz fertigte er ebenfalls zahlreiche Modelle für Bronzestatuen an. Weitere Arbeiten befinden sich in der Münchner Glyptothek, im Münchner Stadtmuseum und im Museum der bildenden Künste in Stuttgart. (Literatur: Thieme-Becker, 17/18, S. 144)