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Moderne I

 

Anbieter: Antiquariat Weinek, D-5020 Salzburg (Anfahrtsplan anzeigen)

Katalog: Literatur
Art. Nr.: 49
Benjamin, Walter
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  surrealismus
Ursprung des deutschen Trauerspiels.

Berlin, Rowohlt,
1928. Gr.-8°. 257 + 1 S. OBrosch. m. OSch. € 1.800,–
EA. Brodersen C4. - OSch. angestaubt, kl. Läsur an unteren Kapital, OSch. kürzer
als OBrosch. (dies original), leichte Gbrsp., Seiten unaufgeschnitten. - Benjamin
(1892 - 1940) entstammte einer großbürgerlich-jüdischen Berliner Familie, studierte
Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte, engagierte sich in der Freien Studentenschaft
und wurde 1919 an der Univ. Bern mit der Dissertation „Der Begriff der
Kunstkritik in der deutschen Romantik“ promoviert. Als eine hieran anschließende,
exemplarisch ausgearbeitete Kunstkritik verfaßte er seinen großen Essay „Goethes
Wahlverwandtschaften“ (1925 von Hofmannsthal verlegt), der zugleich auch den Zerfall
seiner Ehe reflektiert. Den spekulativen Horizont des Frühwerks B.s, der in dieser
Zeit vor allem mit Gershom Scholem, Ernst Bloch und Florens Christian Rang in
Auseinandersetzung stand, bildete eine Kants Erkenntnistheorie theologisch radikalisierende
Kritik der Sprache, des Rechts und der Politik (u.a.: Über die Sprache überhaupt
und über die Sprache des Menschen, 1916, zu Lebzeiten unpubliziert; Zur Kritik
der Gewalt, 1921). Die Habilitationsschrift über das deutsche Barock-Trauerspiel,
in der B. die Wiederentdeckung der verkannten Kunstform der Allegorie mit der Kritik
am neuzeitlichen Subjektbegriff verband, wurde 1925 von der Univ. Frankfurt am
Main unter blamablen Vorwänden abgewiesen. Als freier Autor und Kritiker in Berlin
lebend (mit Aufenthalten in Paris, Moskau, Ibiza), publizierte B. in der „Literarischen
Welt“ (Willy Haas) und der „Frankfurter Zeitung“ (Siegfried Kracauer), verfaßte grundlegende
Essays zur klassischen und zur zeitgenössischen Literatur (Kafka, Kraus,
Proust, Brecht, französischer Surrealismus), zahlreiche Arbeiten für den Rundfunk
sowie Übersetzungen aus dem Französischen. 1928 erschien bei Rowohlt Berlin
die abgewiesene Habilitationsschrift Ursprung des deutschen Trauerspiels und die
neue Darstellungsformen erprobende Einbahnstraße, in der sich B.s Wendung zur
zeitdiagnostischen Konkretion und zu einem eigenwillig anverwandelten Marxismus
manifestierte. In dieser Zeit entstand die produktive Freundschaft mit Brecht und die
für die Exilzeit höchst bedeutsame Freundschaft mit Gretel und Theodor W. Adorno.
1933 mußte B., seiner Arbeitsmöglichkeiten beraubt, emigrieren. Im Pariser Exil
arbeitete er die Berliner Kindheit um 1900 aus, einen Zyklus literarisch-philosophischer
Prosastücke, der das autobiographische Gegenstück zu dem als Hauptwerk
geplanten Buch Paris, die Hauptstadt des XIX. Jahrhunderts darstellte, für das B.
eine riesige Zitatsammlung aus der Bibliothèque Nationale zusammentrug. Dieses
aus dem Nachlaß publizierte Passagen-Werk sollte die kollektiven Phantasmagorien
der vergangenen Großstadtwelt dem Vergessen entreißen und lesbar machen. Zur
Buchpublikation gelangte nur die kommentierte Briefsammlung Deutsche Menschen,
die das Erbe der zerstörten bürgerlichen Humanität festhält (1936, unter Pseudonym
Detlef Holz). Die wichtigste Arbeits- und Publikationsmöglichkeit des Exils war für B.
die Zugehörigkeit zu Max Horkheimers „Zeitschrift für Sozialforschung“, in der u.a.
seine Essays über Gide, Eduard Fuchs, Baudelaire erschienen, ebenso Das Kunstwerk
im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit (1936), eine bahnbrechende
medientheoretisch-kulturpolitische Analyse.
B.s letzte Arbeit Über den Begriff der
Geschichte (1940) entwirft in eindringlichen
Denkbildern, gegen den nationalsozialistischen
Triumph gerichtet, die Aufgabe eines
messianisch-revolutionären Aufsprengens
der Katastrophengeschichte. 1940 setzte B.,
von Auslieferung an Deutschland bedroht, im
spanischen Grenzort Port Bou mit einer Überdosis
Morphium seinem Leben ein Ende. B.s
ganz außerordentliche, weit über den deutschen
Sprachraum hinausreichende Wirkungsgeschichte
begann erst in den sechziger
Jahren. 1993 wurde ihm in Port Bou eine
eindrucksvolle Gedenkstätte errichtet. (DBE)
- Hier die abgelehnte Habilitationsschrift mit
dem seltenen Schutzumschlag.
Verkaufspreis: € 1.800,00



Literatur
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