Hl. Katharina
Rechte Hand verloren, linke Hand ergänzt. Antlitz und Haar partiell übergangen, Gürtel teilweise verloren. Linke Hand des Maxentius gebrochen. Diverse Spannungsrisse über der gesamten Figur, Spuren einer Kreidegrundfassung, Plinthe als spätere Ergänzung. . Eichenholz. Höhe: mit Plinthe 81cm.
Die vollplastisch geschnitzte Standfigur - man beachte die ausgearbeitete Rückenansicht - darf man wohl eher als eine Skulpturengruppe ansprechen. Der gestürzte Maxentius zu Füßen der Katharina ist hier nicht nur eine obligatorische Beigabe (als Attribut der Heiligen), sondern im Sinne der Komposition als gleichberechtigte Figur eingebunden in die ausgreifende Bewegung des Überschreitens eben jenes (besiegten) Kaisers Maxentius - wobei aufstauchende Mantelfalten, Teile des geborstenen Rades, Füße des Maxentius und Füße der Katharina für den Betrachter ein zunächst unentwirrbaren Dickichts bilden und sich letztlich nur bei einem wirklichen Umschreiten der Figur als logische Platzierung entschlüsseln lassen. Folglich wäre eine Aufstellung der Figur außerhalb eines Altarzusammenhangs zu mutmaßen (wohl auch außerhalb eines Gesprenges), vielleicht im Ensemble der vier Hauptjungfrauen.
Prov.: Rheinischer Privatbesitz
Wir danken Herrn Dr. Guido de Werd, Museum Kurhaus Kleve, für seine freundliche Unterstützung.