Jagdstilleben
Über einer Marmorplatte ein erlegtes Rebhuhn neben Jagdutensilien. Signiert und datiert mittig auf dem Sockel: Giul (...) Aelst f. 1674 (?). Öl auf Leinwand. Doubliert. 74 x 57,5cm.
Willem van Aelst war ein bedeutender Maler von Blumen-, Früchten- und Jagdstillleben. Er war Schüler seines Onkels Evert van Aelsts. Seit 1643 ist er in der Delfter Lukasgilde verzeichnet. Von 1645-49 lebte er in Frankreich und danach bis 1656 in Italien. Dort war er unter anderem für den Großherzog der Toskana, Ferdinand II. de Medici tätig. In Italien arbeitete er eng mit Otto Marseus van Schrieck zusammen, der wahrscheinlich öfter Insekten auf seine Gemälde gemalt hat. Ab 1657 weilte er in Amsterdam, wo er vermutlich bis zu seinem Tod gearbeitet hat. Zu seinen Schülern gehörte u.a. Rachel Ruysch. Van Aelst ist vor allem für seine hohe Meisterschaft in der Wiedergabe von Stoffen, Metallen und Vogelfedern bekannt. Seine Hintergründe sind zuerst grau und später dunkel, was ihn von Jan Davidsz de Heem trennt.
Literatur: Aufgeführt und abgebildet in: Bernt, Walther: Die Niederländischen Maler des 17. Jahrhunderts, Band 1, München 1948/60, Abb. Nr. 4.