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Art. Nr.: 862
Spiegelkabinett à deux corps mit polnisch-sächsischem Allianzwappen
Palisander, Rosenholz, Tulpenbaum, Nußbaum, Wurzelholz, Ahorn u.a. Hölzer poliert, tlw. gefärbt, Messing, Perlmutt und Elfenbein eingelegt. Gebaucht geschweiftes Kommodenunterteil auf hohen Beinen und mit ausgeschnittener Zarge. Ein Schub. Zurückgesetzter Aufsatz, eine Tür mit zentraler Spiegelfüllung, auf der Innenseite der Füllung das sächsisch-polnische Wappen eingelegt. Geschwungene Seiten und Gesims. In gerahmten Feldern Blumengebinde, an den Seiten zusätzlich Paradiesvögel und bewegte Schleifenbänder, auf den Kanten Bandelwerk mit Maskarons eingelegt. Aufsatz innen mit Palisanderfurnier und Messingfilets. 225x108x62cm. Zustand C. Spiegel ergänzt. Restauriert. Wohl Dresden. Um 1750-60.~
Provenienz: Wohl ehemals aus dem Besitz August III. König von Polen und Kurfürst von Sachsen. Rheinische Privatsammlung. Literatur: Haase, Gisela: Dresdener Möbel. Leipzig 1983. Typus vgl. S.272, Abb.56,58,59 und S.294, Abb.100. Kunstsammlung Dresden/ Königliches Schloß Warschau: Unter einer Krone. Ausstellungskatalog Leipzig 1997. Typus vgl. S.244, Kat.-Nr.403. Huth, Hans: Roentgen. München 1974. Vgl. Schreibkommode von J.C.Bathel S.233, Abb.234. Das polnisch-sächsische Allianzwappen auf der Innenseite der Türfüllung verweist eindeutig auf eine Anfertigung für das Haus Wettin. Die Entstehung des Möbels fällt in die Regierungszeit August III., Sohn August des Starken. Eine genaue Autorenschaft des Kabinetts konnte bis zum Redaktionsschluß nicht festgestellt werden und bedarf weiterer kunsthistorischer Forschungen. Sicherlich stehen die Metalleinlagen an den Kanten noch ganz in der Tradition eines Gottlieb Heinrich Grahl, doch fällt das Hauptaugenmerk des Möbels als erstes auf seine kunstvollen Blüteneinlagen. Diese zeigen bereits eindeutig den Einfluß der großen deutschen Ebenistenwerkstätten von Roentgen in Neuwied und Spindler in Potsdam. Ein gutes Beispiel für diesen Einfluß ist eine Kommode mit reicher Blumenmarqueterie, entstanden in Dresden um 1750, heute im königlichen Schloß in Warschau. Sehr ähnliche Einlagen befinden sich auch auf einer Schreibkommode von J.C. Bathel aus Neuwied. Möglicherweise verfügte das Möbel ursprünglich noch über ein Schreibfach, vergleiche hierzu eine Türdekoration mit der Darstellung eines Schreibschrankes in der Fasanerie bei Moritzburg
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