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Art. Nr.: 1031
Hochbedeutende Chursächsische Dokumentenlade mit den Territorialwappen Johann Georg IV. und Friedrich August I. (der Starke)
Vergoldete Bronze in feinem Schnittdekor mit rotem Samt unterlegt. Holzkorpus. Rechteckige Form. Gekehlte Sockelleiste mit Zierfries. Die Wandung mit durchbrochener Rankenzier, sowie dem Wappen des Herzogtums Cleve flankiert von einem Wappen mit geflügelter stilisierter Lilie. Deckel an der Längsseite zweifach scharniert, innen Aufstellriegel. Zwischen Rankenwerk die elf Territorialwappen mit mit Zier und zugehörigen Monogrammen, zentral das Wappenschild des Kurfürstentums Sachsen (CS), darum gruppiert die folgenden Wappen: Herzogtum Sachsen (HS), Herzogtum Jülich (HG), Landgrafschaft Thüringen (LGD), Markgrafschaft Meissen (MGM), Herzogtum Cleve (HC), Herzogtum Berg (HB), Pfalzgrafschaft Sachsen (PS), Pfalzgrafschaft Thüringen (PD), Markgrafschaft Oberlausitz (OL) und Markgrafschaft Niederlausitz (NL). 8x23x39cm. Zustand B. Stoffbespannung innen und am Boden ergänzt. Bodenleiste restauriert. Wohl Dresdener Meisterwerkstatt. Zwischen 1692 und 1697 bzw. 1706 und 1709.~
Provenienz: Privatsammlung Rheinland. Die elf Wappen der Dokumentenlade verweisen auf die wichtigsten Territorien und Titel, auf welche die Wettiner Erbansprüche erhoben. Die Lade kann zwischen 1692 und 1697 oder zwischen 1706 und 1709 entstanden sein, als das chursächsische Wappen aus 25 Feldern und elf Helmen mit Zier bestand, also in der Regierungszeit von Kurfürst Johann Georg IV. (1692-1694) oder in der Zeit, als Kurfürst Friedrich August I. (August der Starke) nicht gleichzeitig König von Polen war. Dieser ließ sich 1697 zum König von Polen (1697-1706, 1709-1733) wählen. 1706 musste er nach seiner Niederlage im 2. Nordischen Krieg vorübergehend auf den polnischen Thron verzichten; 1709 gewann er, gestützt u.a. auf Preussen, die polnische Krone zurück. Die Tatsache, dass an den Seiten der Kassette mehrfach sowohl das Wappenschild des Herzogtums Cleve als auch ein und dasselbe weitere Wappen, bestehend aus zwei Flügeln und einer, wenn auch stark umgestalteten, Lilie, dargestellt sind, legt die Vermutung nahe, dass es sich bei diesem Wappen um das eines clevischen Geschlechts handelt. Die Lade könnte also ein Geschenk dieser Familie an einen der beiden oben genannten sächsischen Kurfürsten, möglicherweise zu deren Amtsantritt gewesen sein.
Unser herzlicher Dank gilt Herrn Armin Friedrichs für seine freundliche Unterstützung
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