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Art. Nr.: 44
Ardengo Soffici
(Rignano sull’ Arno 1879–1964 Vittoria Apuana) Tondo decorativo con frutta, 1932, Tempera auf Putz auf Holzbrett aufgezogen, Dm. 50 cm, 73 x 73 cm, gerahmt, (PP)
Fotozertifikat:
Luigi Cavallo, 3.3.2004
Provenienz:
Privatsammlung, Europa
Nach der Umsiedlung nach Florenz und einer Lehre, nahezu als Autodidakt – Begegnungen mit Fattori, Signorini, und mit den toskanischen „Macchiaioli“ – geht Soffici im Jahre 1900 nach Paris. Hier bleibt er fast ohne Unterbrechnung bis 1907 und hat die Gelegenheit, alle französischen Intellektuellen jener Zeit kennenzulernen und mit ihnen Freundschaft zu schließen: nicht nur an der Malerei, sondern auch an der Literatur interessiert, wird er mit Guillaume Appolinaire vertraut und vermittelt, mit Artikeln aus Frankreich und persönlichen Kontakten zwischen den lebendigsten Florentiner Gelehrten – Papini und Prezzolini – und der französischen Intelligenza. Soffici ist es, der durch Artikel, Bücher und Ausstellungen die neuesten Errungenschaften der französischen Kunst in Italien bekannt macht: er bewundert Cézanne, Medardo Rosso – in Italien verkannt -, die Impressionisten und Picasso.
Die häufigen Reisen nach Paris, auch nach 1907, und die futuristischen Unruhen von 1911 machen aus Soffici eine der wesentlichen Figuren an der künstlerischen Auseinandersetzung nicht nur in Italien, sondern auch in Frankreich.
Anfänglicher Kritiker des Futurismus, schließt er sich ihm – um 1912/13 – mit einer Malerei an, die die starken französischen Einflüsse und eine Suche nach klassischer Monumentalität der Renaissance aufweist, die später, in der weniger revolutionären Periode, die Hauptproblematik seiner Kunst darstellen wird. Wesentlich ist sein Beitrag zur Gründung der futuristischen Zeitschrift Lacerba, im Jahre 1913, die international bekannt ist und auch von den Pariser Intellektuellen geschätzt wird. Der Krieg unterbricht seine Reisen und Beiträge zur internationalen Auseinandersetzung in der Kunst – er hatte sich wie alle Futuristen als Freiwilliger gemeldet – lässt er sich endgültig in der Toskana nieder und arbeitet, mit Schriften und Bildern, eine eigene Idee der Restauration der Kunst aus.
Von 1920 an entsteht seine Programmschrift Richiamo all’ordine (Ordnungsruf), und wenige Jahre später liest man in einer kurzen Schrift zum gleichen Thema: „Alles, was in der Kunst nebelig, ungeordnet, abstrakt, dekadent, romantisch ist, ist nicht italienisch. Das Prinzip, das die italienische Kunst ausprägt, ausgeprägt hat und ausprägen wird, ist dieses: Realismus (…).“ Das Stilproblem des Klassizismus, der Tradition, des Realismus beschäftigt Soffici von nun an für den Rest seiner malerischen Aktivität und bringt ihn zum „Novecento“, zur Wanddekoration, zur Nachahmung – im übertragenen Sinne – der erhabenen Renaissancemalerei und ihrer Idee (siehe das vorliegende Werk).
Ausst.-Kat. Italienische Kunst 1900-1980, Frankfurt, 1985, Seite 32
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