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Art. Nr.: 3
Max Liebermann
(Berlin 1847–1935) Getreideernte-Schnitter, Entwurf für das Wandbild “Sommer” im Rathaus von Altona, 1898, signiert M. Liebermann, Öl auf Karton, Darstellungsgröße 34,5 x 54,5 cm, gerahmt, (PP)
Eberle 1898/27
Zertifikat:
Dr. Matthias Eberle, Berlin, 25. April 2007
Provenienz:
Hugo Helbing, München (1902); Privatsammlung, Deutschland
Ausstellungen:
Ölgemälde, Handzeichnungen und Aquarelle alter und moderner Meister, Hugo Helbing, München, 2.6.1902, Nr. 71, Abb. Seite 19
Literatur:
Deutschter Reichs-Anzeiger, 1898, Nrn. 289 und 295; Altonaer Nachrichten, 1898, Abendausgabe vom 6. 12., Abendausgabe vom 30.1. 1899; Erich Hancke: Max Liebermann. Sein Leben und seine Werke, 1914(1), Seite 371–372; Katrin Boskamp: Studien zum Frühstück von Max Liebermann mit einem Katalog der Gemälde und Ölstudien von 1866–1889; Matthias Eberle: Max Liebermann. Werkverzeichnis der Gemälde und Ölstudien, Band 1, München 1995, Seite 500, Abb. S. 498.
Das Bild zeigt zwei Schnitter, die mit ihren langstieligen Sensen nach rechts in das Korn gehen, während links eine Frau die Halme zu Garben bündelt. Es handelt sich um die Studie im Maßstab 1:120 für ein großes Wandbild “Sommer”. Im Juni 1897 beschloss der Rat der Stadt Altona, den Hauptsitzungssaal des neu errichteten Rathauses mit Wandbildern schmücken zu lassen. Im Frühjahr 1898 wurde ein Preisausschreiben
veröffentlicht, die Wahl des Gegenstandes wurde den Künstlern überlassen. Liebermann reichte Entwürfe ein, in denen er die vier Jahreszeiten vorstellte. Im Januar waren die Entwürfe im Altonaer Rathaus zu sehen und die Altonaer Nachrichten (Morgenausgabe vom 10.1.1899) kommentierten:”Eine Zahl anderer Bewerber hat die Aufgabe leichter zu lösen versucht, so u. a. auch Max Liebermann. Seine Bilder könnten in der Tat besser auf dem Dorf X. Y. Z. paradieren, als hier im Rathaussaal; denn was für einen Bezug hat etwa eine weidende Schafherde, ein pflügender Bauer, mähende Schnitter oder Holzfäller im Walde auf Altona? Das heißt dann doch, seine Aufgabe sich gar zu leicht machen.” Liebermann erhielt den Zuschlag nicht, doch fanden seine Entwürfe bei einem anderen Rezensenten eine ehrenvolle Erwähnung:”Von den zahlreichen nicht prämierten Entwürfen seien die von Greve und Max Liebermann hervorgehoben, die ebenfalls der rein dekorativen Seite der Aufgabe näher getreten sind. Liebermann hat die vier Jahreszeiten unter nordschleswigschem Himmel geschildert. Die kleinen Skizzen, insbesondere die Frühlingslandschaft, offenbaren ein außerordentliches Stilgefühl in ihren schlichten Linien und geschlossenen Farbflächen. Ob bei einer Ausführung in großen Verhältnissen diese Vorzüge nicht durch allzugroße Eintönigkeit verdunkelt werden würden, mag dahin gestellt bleiben.” (Deutscher Reichs - Anzeiger, Nr. 295, 14. Dezember 1898, Abendausgabe). Die “Schnitter” waren für eine der Schmalseiten des Saales bestimmt und sollten für den Sommer stehen.(...) Prof. Dr. Matthias Eberle, Berlin, den 25. April 2007
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