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Art. Nr.: 138
Hubbuch, Karl
1891 Karlsruhe - 1979 Karlsruhe
Ohne Titel
Öl auf Hartfaserplatte. 47 x 51,5cm. Signiert unten rechts: Hubbuch. Rahmen.
Karl Hubbuch zählt neben Georg Grosz und Otto Dix zu den wichtigsten Vertretern der Neuen Sachlichkeit und des Realismus in Deutschland. Von 1908 bis 1923 studiert er, unterbrochen vom Kriegsdienst und schwerer Erkrankung, an der Akademie in Karlsruhe und an der Lehranstalt des Kunstgewerbemuseums in Berlin. Hier unterstützt ihn der Lehrer Emil Orlik in seinem wachen und registrierenden Blick auf die Umwelt und ihre Menschen; und sein Mitschüler Grosz stärkt seine Entwicklung von der Selbstreflexion zu einer sozial-kritischen Zeitgenossenschaft. So schildert Hubbuch eindrucksvoll in seinen bis 1933 entstehenden Graphiken, Zeichnungen und Gemälde - erst um 1925 wendet er sich der Malerei zu - realistisch und voller Engagement das Phänomen der modernen Großstadt und die politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen während der Zeit der Weimarer Republik. Aus der Distanz beobachtet er vor allem die Menschen der Arbeiterklasse und zeigt sie mit liebevoller Ironie in ihrem alltäglichen Lebensraum. In gleicher Weise verfährt er auch mit einem weiteren Motiv, das er seit seiner ersten Frankreichreise 1926 immer wieder aufgreift: Die Metropole Paris und ihre Bewohner, die Côte d'Azur sowie die nordfranzösische Küste und ihre Badegäste. Dies tut er zunächst in der Manier der Neuen Sachlichkeit, die geprägt ist von dem Interesse an stofflich materiellen Reizen und Gegenständen. Ab 1929 richtet der Künstler sein Augenmerk auf die Zuständlichkeiten und Zusammenhänge. Damit wandelt sich auch sein Stil. Dieser wird lockerer, spontaner und expressiver. Zudem verleiht er seinen Arbeiten, auch den Ölbildern, einen skizzenhaften Charakter. Mit diesem Ausdrucksmittel der andeutenden Aufzeichnung erhöht er das Dargestellte ins Allgemeine.
1933 tritt jäh eine Zäsur in Hubbuchs Schaffen ein. Die Nationalsozialisten entlassen ihn aus der Karlsruher Akademie für bildende Künste, an der er seit 1928 eine Professur für Malerei innehat. Darüber hinaus erhält er Berufsverbot und verliert sein Atelier. Nach drei Jahren ohne Auskommen verdient er sich von 1939 bis 1945 seinen Lebensunterhalt als Hilfsarbeiter in der Karlsruher Majolika-Manufaktur bzw. als Blumenmaler für Uhrengehäuse in Schwenningen.
Gleich nach dem Zweiten Weltkrieg konzentriert sich Hubbuch wieder auf seine Kunst, wobei er seinen kritischen Blick auf die Gesellschaft beibehält. Er sucht nach einem neuen Menschenbild, um dann den Lebensraum als sozialphysiognomische Komponente einzubeziehen. Damit knüpft er thematisch wie auch inhaltlich an seine früheren Arbeiten an. Stilistisch orientiert er sich während seiner erneuten Professur an die Akademie in Karlsruhe von 1948 bis 1957 an einen Expressionismus, der in seiner starken linearen Gerüsthaftigkeit an die Malerei Max Beckmanns erinnert. Nach seiner Pensionierung greift Hubbuch schließlich die spontane, malerisch-skizzenhafte Ausdrucksweise der 1930er Jahre wieder auf und entwickelt diese konsequent zu einer freieren Malerei weiter, ohne dabei in die Abstraktion zu gleiten. Für ihn bleibt der Realismus das einzig adäquate Mittel, das Erlebnis des Alltags zu registrieren, zu analysieren und zu dokumentieren
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