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Art. Nr.: 569
Kippenberger, Martin
1953 Dortmund - 1997 Wien
Selbstporträt
1981. Pastell auf Velin. 59 x 42cm. Signiert und datiert unten rechts: ANDREAS ... 81. Rahmen.
Martin Kippenberger hat sich zeitweilig ein Vergnügen damit gemacht, mit anderen Namen zu signieren.
Die Aufnahme der Arbeit in das Archiv der Estate Martin Kippenberger wurde uns freundlicherweise von Frau Dr. Regina Fiorito, Estate Martin Kippenberger, Köln, bestätigt
1976 begann Martin Kippnberger einen Werkzyklus "Uno die voi, un tedesco a Firenze", der beendet sein sollte, wenn die gestapelten Leinwände die Höhe vom 1,89 m, seiner Körpergröße, erreicht hätten. Er verfehlte sein Ziel um 10 cm, dennoch kann man in diesem Beispiel gewissermaßen den Versuch eines Selbstportraits des Künstlers erkennen. Im Werk der frühen 80er Jahre machen die Selbstportraits einen relativ kleinen Teil der Arbeiten aus. Dennoch ist die Beschäftigung mit der eigenen Person ein zentraler Moment im Werk des Künstlers. "Ein Selbstportrait ist immer eine Selbstinszenierung. Entscheidend ist die Rolle, die der Selbstinszenierung zukommt. Im Falle Kippenbergers hätte man erwarten können, daß er das Selbstportrait zur weiteren Selbststilisierung eingesetzt hätte. (...) Die Selbstportraits zeigen jedoch noch etwas anderes, sehr Wichtiges für das Verständnis von Kippenbergers Werk: daß er, im Gegensatz zu vielen seiner Kritiker, zu unterscheiden wusste zwischen den Anforderungen des Lebens und der Kunst. Das Leben inszenierte er, weil er dachte, es in mystisierter Form besser ertragen zu können. Die Kunst und die Bedingungen ihrer Entstehung entmystifizierte er, damit sie ihre Glaubwürdigkeit nicht verloren. Es wirkt manchmal als ob er der Kunst eine größere Bedeutung zugemessen hätte." (Daniel Baumann in Martin Kippenbergers Selbstbildnisse, Kunsthalle Basel, Deichtorhallen Hamburg, Schwabe und Co KG Verlag, Basel 1998, S. 57)
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