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Art. Nr.: 734
Spoerri, Daniel
1930 Galatz
Tableau Piège. Aus der Serie: Port Sevillane
1992. Mischtechnik auf Holz, 73 x 90cm. Rückseitig signiert, datiert und bezeichnet: Daniel Spoerri Paris Mai '92 Serie Port Sevillane: Tableau Piège Pavel Schmidt Katahrina Duweu D.5 (mit Richtungspfeilen).
Spoerri ist der Überzeugung, dass er und die Neo-Dadaisten viel zur kritischen und ideellen Wiederentdeckung Duchamps und von Dada am Ende der 50er Jahre beigetragen haben. Beeinflusst von Duchamps Ansatz mit dem Ready-made und von den durch die Dadaisten genutzten Phänomenen des Zufalls, begann Spoerri damit, zufällige Situationen unverändert zu fixieren und sie aus dem natürlichen Umfeld zu lösen, d.h. aus der Horizontalen in die Vertikale zu befördern und somit eine neue Beziehung zur dringlichen Wirklichkeit möglich zu machen. Im Konzept 'Fallenbild' steckt auch der Begriff 'Zufall', den der Künstler mit fast abergläubischer Pedanterie respektierte: Nichts durfte verändert werden (...). Was eine Tischplatte nach einem Essen zu einem Kunstwerk macht, ist nicht nur Ergebnis einer ästhetisierenden Betrachtungsweise, wie Arthur C. Danto erklärt. Für ihn geht die Verwandlung, die stattfindet, wenn banale Gegenstände aus dem Kontext gewöhnlicher Dinge in die Welt der Kunst überführt werden, im Unsichtbaren vonstatten. Die Spoerrische Tischplatte unterscheidet sich von einer gewöhnlichen Tischplatte dadurch, dass sie Teil eines Systems der Verständigung über die Welt geworden ist (...). Sobald ein gewöhnliches Ding zum Kunstwerk wird, verwandelt es sich sozusagen in einen 'Text', es wird zu einem semantischen Phänomen, das nicht ohne Interpretation existieren kann (...). Die einfache Geste, die die Metamorphose vom Alltagszeugs zum Kunstding verursacht, ist das Umkippen der Tischplatte von der horizontalen, alltäglichen Ebene in die Vertikale des Kunstbildes (Heidi E. Violand-Hobi, Daniel Spoerri - Biographie und Werk, München 1998, S. 24)
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