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Nagel Auktionen, D-70190 Stuttgart, Website öffnen

Auktionsobjekt
Auktionsdatum: 16. 05. 2008 - 17. 05. 2008

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Asiatische Kunst

Art. Nr.: *12
Skulptur eines Dharmapala aus Marmor
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  buddha
  bronze
CHINA, Tang-Dynastie, Mitte 8.Jh.
Sehr fein und aufwändig ausgeführte Skulptur aus beigefarbenem Stein. Obwohl die Gliedmaßen fehlen, zeugt die Figur von Dynamik und erhabener Größe. Er trägt eine prächtige Rüstung mit Kettbehang, Epauletten und Blütendekor. Der untere hintere Teil des unterliegenden Gewandes weist einen breiten Schwung zur Seite auf, korrespondierend zu seiner Körperhaltung. Er stand wohl sehr breitbeinig, den linken Arm auf die Hüfte gestützt, wohl ein Attribut haltend, wobei der obere Körper sich zur rechten Seite neigt. Von seine Taille hängt eine Schärpe mit schönem Faltenwurf herab. Auf dem Kopf trägt er einen eng anliegenden, reich verzierten Helm, dessen Spitze abgebrochen und deren Ohrenteile hochgeklappt sind. Bemerkenswert ist das eindrucksvoll ausgearbeitete Gesicht, in dem die hervorstehenden Augen und die dramatisch gehobenen Augenbrauen dominieren. Die Mundwinkel sind unter einer breiten Nase tief herabgezogen, was aber dennoch nicht nur einen furchterregenden Eindruck hinterläßt, sondern auch einen von innerer Würde und Entschlossenheit. Sein kaum sichtbarer Hals ist von der Rüstung verborgen. Die Spannung zwischen dem entschlossenen, ausdrucksstarken Gesicht, der dynamischen Körperhaltung und der eher verspielten Rüstung mit ihrem zum Teil rosafarben bemalten Dekor erzeugt eine beeindruckende Ausstrahlung. Die Figur ist eine sehr selten erhaltene Repräsentation eines Dharmapala, Himmelskönigs, aus Marmor. Gewöhnlich wurden die Figuren aus Holz geschnitzt bzw. aus Ton gefertigt. Ihr Zweck bestand darin, bei Beerdigungen den Geist des Verstorbenen zu bewachen. In dieser Funktion werden sie als 'lokpala' bezeichnet. Die Figuren mit einer mehr buddhistisch kanonisierten Bestimmung sind die 'dharmapala', die Beschützer des Dharma (= buddhistisches Gesetz). Sie wurden üblicherweise in Gruppen zu viert als die Himmelskönige in je einer Richtung im Tempel aufgestellt. Sie schützen die vier Richtungen des Universums und repräsentieren die Dominanz des Gesetzes über alle Pläne irdischer Existenz. Sie residieren auf den vier Abhängen des Berges Meru, dem Zentrum der buddhistischen Kosmologie und seiner 'axis mundi'. Zitiert ist dies in den vier Ecken des Tempelaltars, wo die Himmelskönige um den zentralen Buddha stehen, wie man es bis zum heutigen Tage in vielen chinesischen und japanischen Tempeln findet. H. 66 cm (o.S.) (5220031)

Individuelle 'lokpalas' wurden in Indien schon im 1.Jh.v.Chr. in Bharhut, Madhya Pradesh, Indien gefunden. Die ersten chinesischen sind wahrscheinlich die vier kleinen Wächter, die auf der östlichen und westlichen Wand der Höhle 285 in Dunhuang, Provinz Gansu, zu sehen sind und die auf 538 n.Chr. datiert sind. Vergleichbar mit dieser Figur ist ein Paar Lokpalas, die 1983 in Xian, Provinz Shaanxi, ausgegraben wurden und auf 725 n.Chr. datiert ist. Sie ähneln sehr zeitgenössischen 'sancai' glasierten FIguren aus Ton, die in 'China: Dawn of a Golden Age (200-750AD)' ausgestellt wurden und im gleichnamigen Katalog, Metropolitan Museum of Art, 2004, Kat.Nr.231, veröffentlicht sind, zusammen mit einem seltenen Paar vergoldeter Bronze-Figuren, Kat.Nr.230. Vergleiche ebenfalls mit einem ähnlichen - wenn auch nicht so detailliert und schön ausgearbeiteten - Himmelskönig, der bei Sothebys New York am 22.September 2005 als Lot Nr. 20 versteigert wurde
H. 66 cm (o.S.)
Schätzpreis: € 65.000,00
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16.-17.05.2008 - Asiatische Kunst - China, Tibet - Teil I 1-299
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ANHÄNGER ... GROSSER, ... Skulptur ... KULTBRONZ... BUDDHISTI...