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Nachbericht 04.06.08
Nachbericht 05.06.08
 

Ketterer Kunst GmbH & Co KG, D-81675 München, Website öffnen

ACHTUNG - die Auktion fand bereits am 04./05.06.2008 statt! Etwaige Nachverkaufsstücke erfragen Sie bitte direkt beim Auktionshaus Ketterer.

Auktionsobjekt
Auktionsdatum: Nachauktion:
04. 06. 2008 - 04. 08. 2008

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Malerei
Moderne Kunst ca. 1890 - 1945
geometrische oder abstrakte Darstellung und Kompositionen
Portrait, Bildnisse

Art. Nr.: 143
Heinrich Campendonk, 1889 Krefeld - 1957 Amsterdam
Selbstbildnis (Ländliche Impression). 1918.

Öl auf Malpappe, teils geritzt, auf Karton aufgezogen.
Firmenich 731. Rechts unten monogrammiert und datiert. Unten mittig handschriftlich bezeichnet. 96,8 : 68,5 cm (38,1 : 26,9 in). Nach dem Studium an der Krefelder Kunstgewerbeschule bei dem holländischen Künstler Johan Thorn Prikker folgt Heinrich Campendonk 1911 einer Einladung Franz Marcs ins oberbayerische Sindelsdorf und lässt sich dort nieder. Bereits in dieser Zeit findet er das Grundthema seiner Arbeit: Die Darstellung der Harmonie von Mensch und Tier, der Schöpfung, des Kreislaufes des ewigen Werdens und Vergehens. Neben Gemälden entstehen Aquarelle, Gouachen und erste Holzschnitte. In Sindelsdorf lernt Campendonk weitere Mitglieder der Künstlervereinigung "Blauer Reiter" kennen und nimmt noch im selben Jahr an Ausstellungen der Gruppe teil. Zusammen mit dieser stellt er auch zwei Jahre später im "Ersten Deutschen Herbstsalon" des von Herwarth Walden geleiteten "Sturm" in Berlin aus. Sein künstlerisches Schaffen ist in diesen Jahren von Franz Marc, August Macke und Wassiliy Kandinsky beeinflusst und erfährt einen seiner ersten Höhepunkte. Eine streng geometrisierende Formensprache ist mit einer Farbigkeit in reinen Komplementärkontrasten zu einer dynamisierten, rhythmisierten Formensprache vereint.

Erschüttert durch den Tod seines Freundes Franz Marc, der im März 1916 in Verdun fällt, verlässt der Künstler Sindelsdorf und zieht mit seiner Familie in ein Bauernhaus in Seeshaupt am Starnberger See. In der Abgeschiedenheit des ländlichen Idylls - fern der grausamen Wirklichkeit des Krieges - findet der Künstler zu neuer Schaffenskraft. Zwischen 1917 und 1920 entstehen zahlreiche Arbeiten in Öl und Tempera, die die zweite bedeutende Schaffensphase des Künstlers bilden. Zu ihnen zählt auch das vorliegende Werk. In mehreren sich überlagernden Ebenen verarbeitet der Künstler Motive aus der bäuerlichen Umgebung seines Ateliers. Das warme Kolorit und der lasierende Farbauftrag verleihen der Arbeit eine lyrische Grundstimmung, die für diese Zeit charakteristisch ist.

1926 wird Campendonk als Professor an die Düsseldorfer Kunstakademie berufen. 1933 aus dem Lehramt entlassen, emigriert er nach Belgien und nimmt 1935 einen Lehrauftrag für "monumentale und dekorative Künste" an der Rijksakademie van beeldende Kunsten in Amsterdam an. Nach Kriegsende kehrt Campendonk nicht mehr nach Deutschland zurück. 1957 stirbt der Künstler in Amsterdam. [RS]

PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland.

Guter Gesamteindruck. Kanten rahmungsbedingt partiell minimal berieben, teils mit kleinen Farbverlusten. Rechter Rand mit einzelnen kleineren Farbverlusten, retuschiert. Einzelne feine kleinere sowie feine vertikale Kratzspuren, wohl teils atelierbedingt. Wenige meist kleinere Druckspuren, teils mit Farbverlust, teils retuschiert.

Nach dem Studium an der Krefelder Kunstgewerbeschule bei dem holländischen Künstler Johan Thorn Prikker folgt Heinrich Campendonk 1911 einer Einladung Franz Marcs ins oberbayerische Sindelsdorf und lässt sich dort nieder. Bereits in dieser Zeit findet er das Grundthema seiner Arbeit: die Darstellung der Harmonie von Mensch und Tier, der Schöpfung, des Kreislaufes des ewigen Werdens und Vergehens. Neben Gemälden entstehen Aquarelle, Gouachen und erste Holzschnitte. In Sindelsdorf lernt Campendonk weitere Mitglieder des Künstlerbundes "Blauer Reiter" kennen und nimmt noch im selben Jahr an Ausstellungen der Gruppe teil. Zusammen mit dieser stellt er auch zwei Jahre später im "Ersten Deutschen Herbstsalon" des von Herwarth Walden geleiteten "Sturm" in Berlin aus. Sein künstlerisches Schaffen ist in diesen Jahren von Marc, Macke und Kandinsky beeinflusst und erfährt einen seiner ersten Höhepunkte. Eine streng geometrisierende Formensprache ist mit einer Farbigkeit in reinen Komplementärkontrasten zu einer dymamisierten, rhythmisierten Formensprache vereint. 1916 siedelt Campendonk nach Seeshaupt am Starnberger See über, von wo aus er ausgedehnte Reisen unternimmt. Seine Malerei ist nun von weich fließenden Formen, großen ruhigen Flächen von intensiver Leuchtkraft und einer lyrischen, oft märchenhaften Grundstimmung geprägt. Es entstehen Arbeiten in der Technik der Hinterglasmalerei. 1926 wird der Künstler als Professor an die Düsseldorfer Kunstakademie berufen. Besonders durch die Ausführung zahlreicher Glasfenster an Kirchen und öffentlichen Gebäuden (Landtagsgebäude und Paulskirche in Düsseldorf, Essener Münster u.a.) erringt Campendonk seit Mitte der 1920er Jahre künstlerische Anerkennung. Als er 1933 aus dem Lehramt entlassen wird, folgt die Emigration nach Belgien, wo er 1935 einen Lehrauftrag für "monumentale und dekorative Künste" an der Rijksakademie van beeldende Kunsten in Amsterdam annimmt. Campendonk kehrt nach Kriegsende nicht mehr nach Deutschland zurück. Er ist weiterhin als Lehrer tätig und erhält zahlreiche Aufträge für Glasfenster in den Niederlanden und in Deutschland. 1956 wird er mit dem Quellinus-Preis der Stadt Amsterdam geehrt und zum Ritter vom Orden "De Nederlandse Leeuw" ernannt. Campendonk stirbt 1957 in Amsterdam.
Schätzpreis: von € 90.000,00 bis € 120.000,00


HIGHLIGHTS
143
Heinrich ...