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Vorbericht 04.06.2008
 

Ketterer Kunst GmbH & Co KG, D-81675 München, Website öffnen

ACHTUNG - die Auktion fand bereits am 04./05.06.2008 statt! Etwaige Nachverkaufsstücke erfragen Sie bitte direkt beim Auktionshaus Ketterer.

Auktionsobjekt
Auktionsdatum: Nachauktion:
04. 06. 2008 - 04. 08. 2008

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Malerei
Moderne Kunst ca. 1890 - 1945
Portrait, Bildnisse

Art. Nr.: 178
Erma Bossi, 1882 /1885 Pula bei Triest - 1952 /1960 Mailand
Ragazzo (Giovane) in costume spagnolo. Um 1930/35.

Öl auf Malpappe.
Links oben mit der angeschnittenen Signatur. 71,5 : 45 cm (28,1 : 17,7 in). Die Lebensdaten der italienischen Malerin Erma Bossi (eigentlich Erma Barrera-Bossi) sind nicht gesichert: Sie wird wohl 1882 (oder 1885) in Pola, einem kleinen Ort in der Nähe von Triest, geboren und stirbt 1952 (oder 1960) in Mailand. Erma Bossi absolviert ab 1905 eine Ausbildung an der Damenakademie des Künstlerinnenvereins in München. 1909 tritt sie der gerade gegründeten Neuen Künstlervereinigung München (NKVM) bei, die in der renommierten Galerie Thannhauser ausstellt. Zu dieser Künstlervereinigung gehören auch Wassily Kandinsky und Gabriele Münter, mit denen Bossi eng befreundet ist, sowie Alexej von Jawlensky, Marianne von Werefkin, Alfred Kubin, Alexander Kanoldt, Paul Baum, Wladimir von Bechtejeff, Karl Hofer und andere. 1909/10 hält Gabriele Münter einen Besuch Bossis im oberbayerischen Murnau am Staffelsee in einem Gemälde fest (Kandinsky und Erma Bossi am Tisch). Erma Bossi verbringt die Jahre 1914-18 in Paris, anschließend in Mailand. Die Malerin steht mit der internationalen Künstler-Avantgarde in Kontakt und nimmt in Paris mit ihren Werken an den alljährlich stattfindenden Ausstellungen Salons des Indépendants und Salons d'Automne teil, in München stellt sie weiterhin gemeinsam mit der Neuen Künstlervereinigung aus. Anfang der 1920er Jahre ist Erma Bossi auch bei der Kunstschau der Münchner Neuen Secession vertreten. In Mailand nimmt sie 1926 und 1929 an den Ausstellungen des novecento teil und erhält 1930 und 1935 Einladungen zur Teilnahme an der Biennale in Venedig.

Erma Bossi zählt zu den Künstlerinnen, die sich um die Jahrhundertwende selbstbewusst den Widerständen entgegenstellen, die ihnen von Seiten ihres gesellschaftlichen Umfeldes und der Kunstkritiker entgegengebracht werden. Mit beeindruckender Energie und Entschlossenheit widmen sie sich der Suche nach einer neuartigen, revolutionären Bildsprache und beziehen mit ihren Werken avantgardistische Positionen. Zusammen mit ihren berühmten Malerkolleginnen Gabriele Münter und Marianne von Werefkin strebt Erma Bossi nach einer neuen, ursprünglichen Ausdruckskraft. Unser androgynes Männerbildnis aus den 1930er Jahren weist eine im Gegensatz zu früheren Arbeiten zurückgenommene delikate Farbigkeit auf und macht Bossis Meisterschaft deutlich, den Charakter und die Ausstrahlung des Porträtierten einzufangen.

Es sind nur sehr wenige Gemälde von Erma Bossi bekannt. In ihren Bildern verwandelt sie die Gegenstände in große vereinfachte Formen, deren Farben in einer ausgewogenen, feierlichen Harmonie zusammenklingen. Ihr Schaffen offenbart die stete Auseinandersetzung mit Werken etwa von Seurat, Matisse oder Derain und den künstlerischen Neuerungen des Künstlerpaares Kandinsky-Münter. [NB]

PROVENIENZ: Privatsammlung Italien (in den 1940er Jahren vom Großvater des jetzigen Besitzers erworben).

Auf der Rahmenabdeckung mit einem Etikett, dort handschriftlich bezeichnet "VI - Mostra sindacato. Bossi Erma. Giovane in costume spagnolo. Prezzo: L. 500.- Ind.: Via S. Giovanni in coner 7 Milano"
Guter Gesamteindruck. Linke Kante beschnitten. Kanten rahmungsbedingt minimal berieben. Dort partiell geringfügig bestoßen und mit wenigen winzigen Farbabplatzungen. Mit vereinzelten winzigen Retuschen, vorwiegend im Rand.

Die Lebensdaten der italienischen Malerin Erma Bossi (eigentlich Erma Barrera-Bossi) sind nicht gesichert: Sie wird wohl 1882 (oder 1885) in Pola, einem kleinen Ort in der Nähe von Triest, geboren und stirbt 1952 (oder 1960) in Mailand. Erma Bossi absolviert ab 1905 eine Ausbildung an der Damenakademie des Künstlerinnenvereins in München. 1909 tritt sie der gerade gegründeten Neuen Künstlervereinigung München (NKVM) bei, die in der renommierten Galerie Thannhauser ausstellt. Zu dieser Künstlervereinigung gehören auch Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Alexej von Jawlensky, Marianne von Werefkin, Alfred Kubin, Alexander Kanoldt, Paul Baum, Wladimir von Bechtejeff, Karl Hofer und andere. Erma Bossi ist eng befreundet mit Kandinsky und Gabriele Münter. 1909 besucht sie die beiden im oberbayerischen Murnau am Staffelsee. Dieser Besuch ist in einem Gemälde von Gabriele Münter festgehalten (Kandinsky und Erma Bossi am Tisch, 1909/10).
Erma Bossi verbringt die Jahre 1914-18 in Paris, anschließend in Mailand. Erma Bossi ist mit der internationalen Künstler-Avantgarde in Kontakt und nimmt in Paris mit ihren Werken an den alljährlich stattfindenden Ausstellungen Salons des Indépendants und Salons d'Automne teil, in München stellt sie weiterhin gemeinsam mit der Neuen Künstlervereinigung aus. Anfang der 1920er Jahre ist Erma Bossi auch bei der Kunstschau der Münchner Neuen Secession vertreten. In Mailand nimmt sie 1926 und 1929 an den Ausstellungen des novecento teil. 1930 und 1935 erhält sie Einladungen zur Teilnahme an der Biennale in Venedig.
Es sind nur sehr wenige Gemälde von Erma Bossi bekannt. In ihren Bildern verwandelt sie die Gegenstände in große vereinfachte Formen, deren Farben in einer ausgewogenen, feierlichen Harmonie zusammenklingen. Ihr Schaffen offenbart die stete Auseinandersetzung mit Werken etwa von Seurat, Matisse oder Derain und den künstlerischen Neuerungen des Künstlerpaares Kandinsky-Münter. Auch wenn Erma Bossi nicht eigentlich zur Avantgarde gezählt werden kann, so gilt sie doch als wichtige Vertreterin der Moderne.
Schätzpreis: € 40.000,00
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HIGHLIGHTS
178
Erma Boss...