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Art. Nr.: 251
Marc Chagall, 1887 Witebsk - 1985 Saint-Paul-de-Vence
Morgenröte in St. Paul (Dawn at Saint Paul). 1968.
Farblithografie.
Mourlot 548. Signiert und nummeriert. Exemplar 67/75. Auf Velin von Arches (mit Wasserzeichen). 56,5 : 37,5 cm (22,2 : 14,7 in). Papier: 74 x 51 cm (29,1 x 20 in). Chagalls Poesie bezaubert. Der immerwährende Traum einer vollendeten Harmonie ist seine Themenwelt, die er mit leichtem Strich festhält und mit der ihm eigenen sanften Farbigkeit erfüllt. Der Künstler hat mit diesem Themenkreis den Nerv seiner Zeitgenossen getroffen, die jenseits einer immer nüchterner werdenden Realität hier ihre inneren Freiräume fanden und noch finden, wie die ungebrochene Begeisterung für Chagalls künstlerisches Credo bezeugt. [KD]
Herausgegeben von Maeght Éditeur, Paris
In guter Erhaltung. Kaum merklich gebräunt und etwas unregelmäßig gebräunt, rechte Blattkante deutlicher. Mit einzelnen, winzigen Braunfleckchen. Linke obere Ecke mit kleiner Ablösung der oberen Papierschicht, diese gefalzt.
Die Studienzeit verbringt Chagall zunächst in Witebsk, anschließend an der Petersburger Akademie bei Leon Bakst, der ihn auf Cézanne, van Gogh und Gauguin hinweist. Diese Einflüsse werden abgelöst von kubistischen und fauvistischen Tendenzen, die Chagall ab 1914 während eines vierjährigen Parisaufenthaltes zunehmend in seine Arbeit miteinbezieht. Seinen eigenen Stil - motivisch eine irreale Kombination symbolischer Bildmotive, bestehend aus jüdisch-religiös geprägten Kindheitserlebnissen und russischer Volkskunst, gepaart mit traumhaften Elementen und dem Einfluss der in Paris entdeckten modernen Kunst - entwickelt Chagall erst nach seiner Rückkehr nach Russland. In Witebsk gründet er 1919 eine Kunstschule und wird deren Direktor. Im selben Jahr übernimmt er die Ausstattung des Jüdischen Theaters in Moskau. 1922 verlässt Chagall endgültig Russland und geht über Berlin, wo die ersten grafischen Blätter, Radierungen zu der Autobiografie "Mein Leben", entstehen, nach Frankreich zurück. 1923 in Paris angekommen macht Chagall die Bekanntschaft mit dem Kunsthändler Vollard, der die Buchillustration des Werkes "Die toten Seelen" von Gogol in Auftrag gibt. Nach weiteren 100 Radierungen zu La Fontaines "Fabeln" entstehen ab 1930 die Bibelillustrationen, insgesamt 105 Blätter. Ausgedehnte Reisen führen den Künstler in diesen Jahren nach Palästina, Ägypten, Holland, England und Spanien. 1941 flieht Chagall in die USA, wo er die folgenden sechs Jahre lebt. Er entwirft in dieser Zeit Bühnenbilder für Ballettaufführungen von Tschaikowsky ("Aleko") und Strawinsky ("Feuervogel"). Nach einer großen Ausstellung im Museum of Modern Art 1946 kehrt der Künstler 1950 nach Frankreich zurück. Einige Großaufträge unterbrechen sein beschauliches Leben in Vence: Für verschiedene öffentliche Bauwerke wie z.B. die Kathedrale von Metz (1958), die Synagoge der Hadassah-Universitätsklinik bei Jerusalem (1960), oder das Haus der Vereinten Nationen in New York (1964) entwirft Chagall Glasfenster. Für die Pariser Oper wird ihm ein Deckengemälde in Auftrag gegeben. Als dieses 1964 fertiggestellt ist, beginnt Chagall mit Wandgemälden in der Metropolitan Opera in New York, die 1967 eingeweiht werden. Das umfangreiche Werk Chagalls umfasst darüber hinaus noch die Bereiche der Keramik und Plastik, in denen sich der Künstler ab 1950 versucht.
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