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Nachbericht 04.06.08
Nachbericht 05.06.08
 

Ketterer Kunst GmbH & Co KG, D-81675 München, Website öffnen

ACHTUNG - die Auktion fand bereits am 04./05.06.2008 statt! Etwaige Nachverkaufsstücke erfragen Sie bitte direkt beim Auktionshaus Ketterer.

Auktionsobjekt
Auktionsdatum: Nachauktion:
04. 06. 2008 - 04. 08. 2008

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Malerei
Moderne Kunst ca. 1890 - 1945
Landschaft

Art. Nr.: 137
Lovis Corinth, 1858 Tapiau/Ostpreußen - 1925 Zandvoort/Holland
Die Ferne. 1903.

Öl auf Leinwand.
Berend-Corinth 267. Links unten signiert. 48 : 69,5 cm (18,8 : 27,3 in). Franz Heinrich Louis Corinth, der 1888 den Künstlernamen Lovis Corinth annimmt, zählt zu den wichtigsten Vertretern des deutschen Impressionismus. Seine künstlerische Ausbildung beginnt er an der Kunstakademie Königsberg bei Professor Otto Günther, den er auf mehrere Reisen begleitet. 1880 setzt er sein Studium in München fort, zuerst bei Franz von Defregger und später in der Klasse von Ludwig Löfftz. Die Arbeiten aus dieser Zeit lassen die Schulung durch den Eindruck der Münchener naturalistischen Malerei des Leibl-Kreises erkennen. Nach einem kurzen Aufenthalt in Antwerpen übersiedelt Corinth nach Paris, wo er die renommierte Académie Julian besucht. 1891 kehrt Corinth nach München zurück, wo er Gründungsmitglied der Münchener Sezession wird. Aufgrund der schlechten Auftragslage geht Corinth 1901 nach Berlin, eröffnet eine Malschule für Frauen, unter deren ersten Schülerinnen seine spätere Ehefrau Charlotte Berend ist, und wird offizielles Mitglied der Berliner Sezession.

Unsere Landschaft stammt aus der Phase im Schaffen von Lovis Corinth, als sich der Künstler vorrangig mit Porträtmalerei beschäftigt. Das Gemälde entsteht, ebenso wie eine kleine Anzahl von Strandbildern und Landschaften, situationsbezogen während längerer Aufenthalte des Malers an der Ostsee. Bemerkenswert ist vor allem, dass Corinth, der in seinen sonstigen Werken dieser Zeit die große Geste schätzt - aufwendige, gern mehrfigurige Kompositionen, starke Lichteffekte und Farben - hier einen dezidiert unspektakulären Landschaftsausschnitt wählt, der in seiner gedeckten Farbigkeit an die Maler der Worpsweder Künstlerkolonie erinnert. Dem Künstler gelingt ein eindringliches Werk, das sich seiner malerischen Qualität sicher ist und auch ohne große Effekte zu fesseln weiß.

1915 wird Corinth zum Präsidenten der Sezession gewählt und zwei Jahre später von der Akademie der Künste in Berlin zum Professor ernannt. Zwischen 1918 und 1924 verbringt der Künstler immer wieder mehrere Monate in Urfeld am Walchensee, was sich künstlerisch in der Reihe der Walchensee-Landschaften niederschlägt. 1925 erliegt er auf einer Reise nach Amsterdam einer Lungenentzündung. [KR]

PROVENIENZ: Paul Cassirer, Berlin.
Sammlung Bauer-Suchodolsky.
Paul Cassirer.
Privatbesitz Norddeutschland.

Das Gemälde zeigt eine Landschaft bei Brunshaupten an der Ostsee, wo Corinth und seine Frau Charlotte den ersten Sommer nach ihrer Eheschließung verbringen
Guter Gesamteindruck. Partiell mit schwacher Craquelébildung, im Himmel deutlicher. Unterrand mittig mit vereinzelten winzigen Farbabsplitterungen und einer kleinen Delle. Kaum merkliche rahmungsbedingte Bereibungen, unten wohl mit unbedeutenden Retuschen. Leinwand an den Kanten (außerhalb der Malschicht) mit zwei minimalen Löchlein.
Franz Heinrich Louis Corinth, der 1888 den Künstlernamen Lovis Corinth annimmt, zählt zu den wichtigsten Vertretern des deutschen Impressionismus. Seine künstlerische Ausbildung beginnt er an der Kunstakademie Königsberg bei Professor Otto Günther, den er auf mehrere Reisen begleitet. 1880 setzt er sein Studium in München fort, zuerst bei Franz von Defregger und später in der Klasse von Ludwig Löfftz. Die Arbeiten aus dieser Zeit lassen die Schulung durch den Eindruck der Münchener naturalistischen Malerei des Leibl-Kreises erkennen. Nach einem kurzen Aufenthalt in Antwerpen übersiedelt Corinth nach Paris, wo er die renommierte Académie Julian besucht. Seine Lehrer sind Bouguereau und Robert-Fleury. 1891 kehrt Corinth nach München zurück, wo er Gründungsmitglied der Münchener Sezession wird. Doch bald kommt es zum inneren Zerfall dieser Gruppierung und die "Freie Vereinigung" spaltet sich ab. Aufgrund der schlechten Auftragslage geht Corinth 1901 nach Berlin, eröffnet eine Malschule für Frauen, unter deren ersten Schülerinnen seine spätere Ehefrau Charlotte Berend ist, und wird offizielles Mitglied der Berliner Sezession. Als Liebermann gezwungen wird, als Präsident zurückzutreten, wird Corinth neuer Vorsitzender. 1911 erleidet er einen Schlaganfall mit vorübergehender linksseitiger Lähmung. Paul Cassirer, der während Corinths Krankheit zum Vorsitzenden der Berliner Sezession gewählt wird, veranstaltet 1913 eine Retrospektive, in der 228 Ölgemälde gezeigt werden. 1915 wird Corinth zum Präsident der Sezession gewählt und 1917 wird er von der Akademie der Künste in Berlin zum Professor ernannt. Ein Sommeraufenthalt in Urfeld am Walchensee im Jahr 1918 führt dazu, dass Corinth dort ein Grundstück erwirbt und 1919 mit dem Bau eines eigenen Hauses beginnt. Bis 1924 verbringt der Künstler immer wieder mehrere Monate im "Haus Petermann" in Urfeld, was sich künstlerisch in der Reihe der Walchensee-Landschaften niederschlägt. Im Juni 1925 reist Corinth in Begleitung eines ehemaligen Schülers nach Amsterdam, um Arbeiten von Rembrandt und Frans Hals zu sehen. Er erliegt auf der Reise, noch in Holland, einer Lungenentzündung. Das Oeuvre von Corinth umfasst u.a. über 100 Gemälde sowie mehrere Bücher und Aufsätze über die Malerei. Lovis Corinth gilt heute als "Klassiker der Moderne" und seine Werke hängen in den bedeutendsten Museen und Galerien des deutschsprachigen Raums.
Schätzpreis: € 30.000,00
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HIGHLIGHTS
137
Lovis Cor...