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Art. Nr.: 105
Jean-Baptiste-Camille Corot, 1796 Paris - 1875 Ville d'Avray
Une tour au loin. Effet du soir. 1870-74.
Öl auf Leinwand.
Dieterle/Dieterle/Lebeau 109, Cinquième Supplément à l'Œuvre de Corot par A. Robaut et Moreau-Nélaton. Rechts unten signiert. 21,9 : 31,7 cm (8,6 : 12,4 in). Größe mit Montierung: 22,5 x 33,3 cm (8,9 x 13,2 in). Jean-Baptiste-Camille Corot wird am 26. Juli 1796 in Paris geboren. Er wächst in Rouen und Paris in gutbürgerlichen Verhältnissen auf und beginnt 1815 zunächst eine Lehre als Tuchhändler. Mit 26 Jahren gibt Corot die ungeliebte Tätigkeit auf, um eine Künstlerlaufbahn einzuschlagen. Er nimmt 1822 Malunterricht bei A. E. Michallon und Victor Bertin, die ihm die klassischen Grundlagen der Landschaftsmalerei vermitteln und ihn zu Naturstudien im Freien ermutigen. Ab 1925 studiert Corot in Rom und unternimmt zahlreiche Reisen in Italien. Als er drei Jahre später nach Paris zurückkehrt, beginnt er gezielt seine offizielle Laufbahn als Maler. Ab 1831 stellt Corot regelmäßig mit wachsendem Erfolg in den Pariser Salons aus. Dabei sticht er als ausgezeichneter Naturbeobachter hervor und führt zunehmend eigenständige Werke zwischen idealisiert-klassizistischer und lyrisch-romantischer Darstellungsweise aus. Neben seiner konsequenten Beschäftigung mit der Landschaftsmalerei entwickelt sich der Künstler zu einem anerkannten Porträtisten. In den 1840er Jahren erfährt Corot allgemein Anerkennung von Seiten der Kunstkritiker und ist mit Verkäufen und öffentlichen Aufträgen erfolgreich. Immer wieder führen ihn Reisen durch ganz Frankreich. Zudem hält er engen Kontakt zu den Malerkollegen der Schule von Barbizon. Als Corot an der Gicht erkrankt, muss er die Landschaftsmalerei zunehmend aufgeben. Frauenporträts dominieren das Spätwerk Corots, die er mit Sicherheit und Freiheit ausführt.
Die stimmungsvolle kleine Landschaft des wichtigsten Vertreters der Schule von Barbizon lebt ganz aus den Gegensätzen von Licht und Schatten. Corots Meisterschaft besteht in einer andeutungshaften Malerei, welche, mit kleinen Lichteffekten durchsetzt, die romantischen Stimmungen der Natur, vor allem bei indifferentem Licht, voll zum Klingen bringen. Seine Landschaften sind kleine Andachtsbilder im Sinne einer Kontemplation auf dem Weg des "Zurück zur Natur", den Jean Jacques Rousseau bereits über einhundert Jahre vor Corot als Reaktion auf den in der Aufklärung herrschenden Rationalismus zur Maxime eines sinnvolleren Lebens gedacht hatte.
Jean-Baptiste-Camille Corot stirbt am 22. Februar 1875 in Ville d'Avray. [KD]
EXPERTISE: Mit einem Schreiben von Herrn Martin Dieterle, Paris, vom 22. März 1993
PROVENIENZ: Arnold et Tripp, Paris.
Knoedler et Cie., Paris (Nr. 2734).
Knoedler & Co., New York (Nr. 59208).
Charles C. Glover Jr., Washington D.C.
Alfred Loomis, East Hampton, New York.
Privatsammlung Süddeutschland.
Von guter Erhaltung. Doubliert. Partiell mit winzigen bis kleinen Retuschen, im Unterrand deutlicher.
In Paris wird Jean-Baptiste-Camille Corot am 26. Juli 1796 geboren. Der Künstler wächst in Rouen in gutbürgerlichen Verhältnissen auf. Corot macht zunächst eine Lehre als Tuchhändler. Mit 26 Jahren gibt der Künstler die ungeliebte Tätigkeit auf, um eine Künstlerlaufbahn einzuschlagen. Corot nimmt 1822 Malunterricht bei seinem erfolgreichen Altersgenossen A. E. Michallon und Victor Bertin. Corot unternimmt zahlreiche Italienreisen. Nach Paris zurückgekehrt, verarbeitet er seine Eindrücke. Ab 1831 stellt Jean-Baptiste Camille Corot regelmäßig mit großem Erfolg auf den Pariser Salons aus. Er pflegt seit Ende der 40er Jahre engen Kontakt zu den Malern von Barbizon, von denen er Daubigny besonders nahe steht. Als Corot an der Gicht erkrankt, muss er die Landschaftsmalerei zunehmend aufgeben. Frauenporträts dominieren das Spätwerk Corot`s, die er mit Sicherheit und Freiheit ausführt. Er stirbt am 22. Februar 1875 in Ville d´Avray.
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