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Nachbericht 04.06.08
Nachbericht 05.06.08
 

Ketterer Kunst GmbH & Co KG, D-81675 München, Website öffnen

ACHTUNG - die Auktion fand bereits am 04./05.06.2008 statt! Etwaige Nachverkaufsstücke erfragen Sie bitte direkt beim Auktionshaus Ketterer.

Auktionsobjekt
Auktionsdatum: Nachauktion:
04. 06. 2008 - 04. 08. 2008

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Malerei
Moderne Kunst ca. 1890 - 1945
Erotik, Akte

Art. Nr.: 214
Karl Hofer, 1878 Karlsruhe - 1955 Berlin
Drei Akte im Walde. Um 1945.

Öl auf Malpappe.
Rechts unten monogrammiert (in Ligatur). 56,5 : 48 cm (22,2 : 18,8 in). Karl Hofer wird 1878 in Karlsruhe geboren. Nach einer kaufmännischen Lehre beginnt er 1897 ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe bei Robert Poetzelberger, Leo von Kalckreuth und Hans Thoma - Lehrer, von denen er wenig Anregungen erhält. Als Suchender gerät er unter den Einfluss Arnold Böcklins. Im Jahr 1900 macht Hofer eine Studienreise nach Paris, wo ihn die naive Malerei Henri Rousseaus besonders beeindruckt. 1903 entschließt er sich, für einige Jahre nach Rom zu gehen. Seine bis dahin vom Symbolismus in der Nachfolge Böcklins geprägte Malerei verändert sich nun zugunsten einer klassisch-arkadischen Auffassung im Stil Marées. 1904 präsentiert das Kunsthaus Zürich die erste Einzelausstellung Hofers, die danach in erweiterter Form in Karlsruhe, Hagen und 1906 in Weimar gezeigt wird. Ab 1908 lebt Hofer zeitweise in Paris; der dortige Aufenthalt mit der Verarbeitung der Einflüsse Cézannes, der französischen Impressionisten und El Grecos verändern seinen Stil. 1913 übersiedelt der Künstler nach Berlin. Im folgenden Jahr wird Hofer in Frankreich interniert und kehrt erst 1917 nach Deutschland zurück. 1921 nimmt er eine Professur an der Kunstschule in Berlin-Charlottenburg an. Zum 50. Geburtstag findet 1928 eine große Retrospektive in der Kunsthalle Mannheim, der "Berliner Secession" und in der Berliner Galerie von Alfred Flechtheim statt. Während des Dritten Reiches wird Hofers Kunst als "entartet" diffamiert, 1933/34 wird er vom Dienst suspendiert und seine Arbeiten 1937 in der Münchner Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt.

Wohl in den letzten Tagen oder Wochen des Zweiten Weltkrieges gemalt, geben die Akte im Wald in ihrer verschlüsselten Botschaft gleich mehrere Rätsel auf. Hofer, der auch in den Jahren der Bedrängnis seinen Malstil kaum ändert, lässt sich eher über den Bildinhalt hinterfragen. Die klassische Dreierkomposition der Akte wird in ein düsteres Umfeld gestellt. Die seitlichen Bäume scheinen mit ihren kahlen Ästen die Personen förmlich zu bedrängen. Der dunkle Hintergrund bleibt ungewiss. Die Fatalität der Nackten in dem unwirtlichen Wald könnte als Metapher auf die Aussichtslosigkeit der Lage gedeutet werden, in der sich Hofer und seine Umwelt zum Zeitpunkt der Entstehung des Werkes befinden.

Bis zu seinem Tod im Jahr 1955 lebt Hofer in Berlin und bekleidet das Amt des Direktors an der Hochschule für Bildende Künste. [KD]

PROVENIENZ: Nachlass Karl Hofer (vom Vorbesitzer 1982 in der Baukunst-Galerie, Köln, erworben, verso mit dem Etikett).
AUSSTELLUNG: Retrospektiv-Ausstellung Karl Hofer. Ölbilder, Aquarelle, Handzeichnungen, Druckgraphik, Baukunst-Galerie, Köln, 20.01.-05.04.1975, Kat.Nr. 49.
Karl Hofer, Ölbilder der Jahre 1918-1955, Baukunst-Galerie, Köln 15.09.-04.11.1978, Kat.Nr. 53.
Die Figur im Werk von Karl Hofer (1878-1955). Ölbilder, Aquarelle, Handzeichnungen, Druckgraphik, Baukunst-Galerie, Köln, 17.09.-13.11.1982, Kat.Nr. 28.
Aufgeführt im handschriftlichen Bilderverzeichnis von Karl Hofer für das Jahr 1944, Seite 4 (dort mit den Maßangaben 45 x 56 cm)
In guter Erhaltung. Kanten vereinzelt mit minimalen Farbabplatzungen, rechte obere Ecke minimal bestoßen. Vereinzelte unbedeutende Retuschen. Teils mit kaum merklichen Schwundrissen.
Karl Hofer wird am 11. Oktober 1878 in Karlsruhe als Sohn eines Militärmusikers geboren. Nach einer kaufmännischen Lehre in der Hofbuchhandlung von C.F. Müller beginnt er 1897 ein Studium an der Großherzoglich Badischen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Bis 1901 ist Hofer Schüler von Robert Poetzelberger, Leo von Kalckreuth und Hans Thoma - Lehrer, von denen er wenig Anregungen für sein ambitioniertes "Kunstwollen" erhält. Als Suchender gerät er unter den Einfluss Arnold Böcklins. Im Jahr 1900 bricht Hofer zu einer Studienreise nach Paris auf, wo er die naive Malerei Henri Rousseaus kennenlernt, die ihn besonders beeindruckt. Der Kunsthistoriker Julius Meier-Graefe erschließt ihm nicht nur sehenswerte Pariser Privatsammlungen, sondern macht ihn auch auf Hans von Marées aufmerksam, so dass Hofer sich 1903 entschließt, für einige Jahre nach Rom zu gehen. Seine bis dahin vom Symbolismus in der Nachfolge Böcklins geprägte Malerei verändert sich nun zugunsten einer klassisch-arkadischen Auffassung im Stil Marées. 1904 präsentiert das Kunsthaus Zürich innerhalb der "Ausstellung moderner Kunstwerke" die erste Einzelausstellung Hofers, die danach in erweiterter Form in der Karlsruher Kunsthalle, im Folkwang-Museum in Hagen und 1906 in Weimar gezeigt wird. Ab 1908 lebt Hofer zeitweise in Paris; der dortige Aufenthalt mit der Verarbeitung der Einflüsse Cézannes, der französischen Impressionisten und El Grecos verändern seinen Stil. 1913 übersiedelt der Künstler nach Berlin. Im folgenden Jahr wird Hofer in Frankreich interniert und kehrt erst 1917 nach Deutschland zurück. 1921 nimmt er eine Professur an der Kunstschule in Berlin-Charlottenburg an. Zum 50. Geburtstag findet 1928 eine große Retrospektive in der Kunsthalle Mannheim, der "Berliner Secession" und in der Berliner Galerie von Alfred Flechtheim statt. Während des Dritten Reiches wird Hofers Kunst als "entartet" diffamiert, 1933/34 wird er vom Dienst suspendiert und seine Arbeiten 1937 in der Münchner Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt. Bis zu seinem Tod im Jahr 1955 lebt Hofer in Berlin und bekleidet das Amt des Direktors an der Hochschule für Bildende Künste.
Schätzpreis: € 28.000,00
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HIGHLIGHTS
214
Karl Hofe...