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Art. Nr.: 230
Fernand Léger, 1881 Argentan - 1955 Gif-sur-Yvette
La Lecture. 1953.
Farblithografie nach einem Gemälde von Fernand Léger.
Saphire E 23. Signiert und nummeriert. Exemplar 45/350. Auf Velin von Arches (mit Wasserzeichen). 43,2 : 55,1 cm (17 : 21,6 in). Papier: 55 x 68 cm (21,8 x 26,8 in).
Gedruckt bei Mourlot Frères, Paris. Herausgegeben von Galerie Louis Carré, Paris (verso mit Stempel, dort mit der gestempelten Exemplarnummer). [KD]
Guter Gesamteindruck. Kaum merklich gebräunt und lichtrandig. Oberrand mit einzelnen oberflächlichen Papierausdünnungen, wenigen winzigen Braunfleckchen und minimalen Resten einer alten Klebemontierung.
Der französische Maler Fernand Léger wird am 4. Februar 1881 in Argentan (Normandie) geboren. 1897-1899 absolviert Fernand Léger zunächst eine Architekturlehre in Caen und ist dort als Architekturzeichner tätig. 1900 geht er nach Paris. 1903-04 besucht er dort die École des Arts Décoratifs sowie die Académie Julian. Fernand Léger kommt bald in Kontakt mit den Pariser Avantgarde-Künstlern. Er freundet sich mit Robert Delaunay, Henri Matisse, Henri Rousseau und Guillaume Apollinaire an. Einen wichtigen künstlerischen Eindruck vermitteln ihm die Werke Paul Cézannes, die er 1907 im Salon d'Automne in der großen Cézanne-Ausstellung sieht. Auch die kubistische Malerei, die Werke Pablo Picassos und Georges Bracques' prägen Fernand Légers Formempfinden und er entwickelt ab 1909 einen eigenwilligen, reduzierten, kubistischen Stil, dessen formale Strenge sich 1913 bis 1914 mit einer reinen, scharf kontrastierenden Farbigkeit verbindet.
Nach dem Ersten Weltkrieg findet Fernand Léger - fasziniert von der Kraft und Schönheit der modernen Technik - zu einer noch geometrischeren Formensprache, seine Bilder beherrschen zylindrische, an das Röhrengewimmel eines Maschinenraums erinnernde Gebilde. Mensch und Maschine werden in der sogenannten "Période mécanique" auf diese Weise zusammengesetzt. Um 1920 gelangt Fernand Léger zu einer Art mechanisiertem Klassizismus, einer präzisen, geometrisch hart definierten, monumentalen Darstellung von Objekten wie Zahnrädern, Schrauben und Röhren, in die der Mensch als ebenso maschinenhaftes Wesen einbezogen wird.
Ab den 1930er Jahren wird Fernand Légers Malstil wieder lockerer, kurvig-linearer. Es zeigen sich nun auch Anklänge an den Surrealismus in seinem Werk. 1940-1945 lebt Fernand Léger in den USA und lehrt dort als Professor an der Yale University. Anschließend kehrt Fernand Léger nach Frankreich zurück, er verstirbt am 17. August 1955 in Gif-sur-Yvette bei Paris.
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