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Art. Nr.: 6798
Werner, Alexander Friedrich
Straßenbahnbahn; Pferdekutsche
Studienblatt mit Pferdebahn; Studienblatt zu einer Pferdekutsche. 2 aquarellierte Bleistiftzeichnungen auf gelblichem und chamoisfarbenem Velin. Jeweils mit dem Künstlerstempel recto und datiert "Berlin, 9.X.90" bzw. "22.X.90". Eindrucksvoll ausgeführte, lebendige, mit zahlreichen Anmerkungen und Größenangaben versehene und äußerst detaillierte Studien zweier Personenwagen des Berliner Nahverkehrs. Vermutlich wurden beide Studien im Zuge der schon fortgeschrittenen Vorbereitungen zu Werners viel beachteten Gemälde "Bismarck verlässt den Reichstag am 6. Februar 1888" von 1892 (Deutsches Historisches Museum Berlin) geschaffen. An jenem Tag hielt Bismarck seine bedeutende Rede vor dem Reichstag, welche er mit den Worten schloss "Wir Deutsche fürchten Gott und sonst nichts auf der Welt; und diese Gottesfurcht ist es schon, die uns den Frieden lieben und pflegen lässt." Dieser Ausspruch wurde schon von den Zeitgenossen stets auf die erste Phrase verkürzt und in der Folge ein beliebter Sinnspruch der Wilhelminischen Ära, der auch in der Alltagskultur schnell zum geflügelten Wort wurde. Das Gemälde stellt nun jenen Moment dar, an dem Bismarck den Reichstag nach ebenjener Rede verlässt und von der Menschenmenge mit spontanem Jubel empfangen wird. Beide Seiten der Straße werden von Menschentrauben gesäumt, der Kanzler befindet sich mitten auf der Straße und wird von einigen Pferdebahnen und Kutschen hinterfangen, auf denen ebenfalls jubelnde Bürger zu sehen sind. Die vorliegenden Studien sind als direkte Vorarbeiten für die auf der linken Seite der Straße, vor dem provisorischen Reichstag in der Leipziger Str. 4, stehenden Wagen zu sehen. Werner war offensichtlich sehr an der naturgenauen Wiedergabe gelegen, weshalb er den Studien detaillierte Größenangaben anfügte und neben der Pferdebahn sogar die Figur eines Schutzmannes andeutete, um die Größenverhältnisse zu verdeutlichen. Trotz ihrer bildhaften Ausführung und des für sich allein vollgültigen Charakters der Zeichnungen lassen so beide Studien auch den Entstehungsprozess des Gemäldes lebhaft nachvollziehen. Die Blätter sind sauber zusammen hinter ein Passepartout montiert und gerahmt.
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30.05.08 - Zeichnungen des 19. Jahrhunderts (6657 - 6809)
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