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Anbieter: Galerie Bassenge
Kunst- und Buchauktionen
, D-14193 Berlin-Grunewald

Auktionsobjekt
Auktionsdatum: Nachauktion:
31. 05. 2008 - 29. 07. 2008

Katalog: 31.05.08 - Kunst des 20. Jahrhunderts (7000 - 7355)

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Malerei
zeitgenössische Kunst (1945 - heute)
Erotik, Akte

Art. Nr.: 7143
Kirchner, Ernst Ludwig
Stehender weiblicher Akt im Wald

Stehender weiblicher Akt im Wald. Farbige Kreiden auf festem Sihl Superbus-Velin. 52,4 x 36,5 cm. 1928/29.
Die Auseinandersetzung mit den ursprünglichen Formen des menschlichen Lebens gehörte zum Programm der Expressionisten, beeinflusste ihren eigenen Lebenswandel und spiegelte sich in der Begeisterung für Aktdarstellungen. Die vorliegende Zeichnung dürfte in der Zeit um 1928/29 entstanden sein. Kirchner hatte sich schon seit einiger Zeit in sein Domizil bei Davos, das Haus auf dem "Wildboden", zurückgezogen. Dort besuchten ihn des öfteren Freunde, u. a. Tänzerinnen, die in den Sommermonaten nackt im Wald posierten. Aus besagtem Zeitraum stammt eine Reihe von Schwarz-Weiß-Fotografien Kirchners, die seine Modelle im Wald zwischen Bäumen zeigen (vgl. Karlheinz Gabler (Hrsg.), Ernst Ludwig Kirchner. Dokumente: Fotos, Schriften, Briefe, Aschaffenburg 1980, S. 277 ff.). Fotografien hatten Kirchner wiederholt als Inspirationsquelle gedient, so offenbar auch im Fall der vorliegenden Arbeit. Die dicht angelegte Kreidezeichnung zeigt eine nackte Frau vor dem Dickicht eines Nadelwaldes. Die Betonung der weiblichen Formen und der strenge, kaum fassbare Gesichtsausdruck sorgen für eine urtümliche Ausstrahlung. Beseelt wird das Bild durch Kirchners ungestümen, leidenschaftlichen Einsatz der Kreide. Die vor Energie schier berstenden, sich vertikal und schräg aneinander reibenden Schraffuren scheinen sich kaum auf dem Blatt zu halten; das kraftvolle Hell-Dunkel erfährt eine geheimnisvolle Belebung durch die Verwendung von Blau- und Grüntönen. "Ich muß zeichnen bis zur Raserei, nur zeichnen. Nur arbeiten, arbeiten und an sonst nichts denken" hat Kirchner einmal geäußert (vgl. Michael Trabitzsch, Zeichnen bis zur Raserei - Der Maler Ernst Ludwig Kirchner, DVD 2005).
Verso mit dem Nachlaßstempel des Kunstmuseums Basel (Lugt 1570 b) und der Registriernummer in Tusche "Fs Da/Bf 82" sowie den Nummern in Bleistift "A 1718" und "K 5992". Wir danken Herrn Prof. Dr. Dr. Presler, Weingarten, für freundliche Hinweise. Provenienz: Privatsammlung Rheinland.



31.05.08 - Kunst des 20. Jahrhunderts (7000 - 7355)
7143
Kirchner,...