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Art. Nr.: 7122
Hofer, Karl
Doppelporträt
Doppelporträt. Kohle, teils gewischt, auf Velin. 36 x 24 cm Unten rechts monogrammiert. Mit minimalen Mitteln gelingt Hofer eine Komposition von großer Zartheit und Ausdruckskraft. Zeichnung mit kräftigen Linien, stellenweise akzentuiert durch Schraffuren und vor allem differenziert verwischte Bereiche. Kompositorisch ähnelt die Zeichnung der einander im rechten Winkel zugewandten Köpfe in Hofers Radierung "Zwei Mädchenköpfe", um 1927, und der Lithographie "Zwei Frauenköpfe", vor 1948 (Rathenau R 55 und L 130). Die Beseeltheit des Menschen - diesen immer wiederkehrenden Ausdruck versucht Hofer in seinen Portraits einzufangen. Seine Figuren sind keine Individuen, über seine Modelle gibt der Künstler kaum verbindliche Auskunft. Durch den melancholisch-beseelten Ausdruck gelingt es Hofer, Distanz zu schaffen und doch den Blick ins Innere zu öffnen. 1931 schrieb der Dichter Alfred Mombert in einem Brief an Hans Reinhart: "Er ist selbstverständlich kein 'Portrait'-Maler. Es kommt ihm ja nicht darauf an, ein Stück Welt (in diesem Falle einen bestimmten homo) festzulegen, sondern Alles ist ihm Ausdrucksmittel zur Erkenntnis seiner Psyche. Es ist ein dämonischer Ringkampf; für mich höchst verehrungswürdig" (in: Jürgen Schilling, Karl Hofer, Unna, 1991, S. 23).
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