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Auktionskalender

Galerie Bassenge
Kunst- und Buchauktionen
, D-14193 Berlin-Grunewald, Website öffnen

Auktionsobjekt
Auktionsdatum: Nachauktion:
31. 05. 2008 - 29. 07. 2008

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Grafik
Moderne Kunst ca. 1890 - 1945
Genre
Krieg und Schlachten
Studie, Entwürfe

Art. Nr.: 8149
Kollwitz, Käthe
Abschied

Abschied.
Kohle auf olivgrünem, geripptem Bütten. Wz. M B M. (1910).
62 x 47,7 cm.
Rechts unten mit Bleistift signiert.
Nagel/Timm 602.
Die Zeichnung "Abschied" ist nicht nur eine der ausdrucksvollsten Vorarbeiten zur gleichnamigen Radierung (Knesebeck 108), sondern eine der bedeutendsten Zeichnungen des Werkkomplexes "Tod, Frau und Kind" von 1910/11 überhaupt.
Ende 1908 war Hans, der älteste Sohn der Künstlerin, an schwerer Diphterie erkrankt. Nachdem die Krankheit überstanden war, schrieb Käthe Kollwitz ihrer Freundin Beate Bonus-Jeep: "Hans war nahe am Tode. Er hatte eine diphterieverdächtige Erkrankung, und um sicher zu gehen, spritzte ihn mein Mann mit dem Behringschen Diphterie-Serum. Es wurde dann bald besser. Er stand auf, und man glaubte, alles wäre vorüber, als er eine Woche nach der Einspritzung - ganz plötzlich (...) einen solchen Zustand von Herzschwäche bekam, daß wir glaubten, der Junge stürbe unter unseren Händen. Weißt Du, Jeep, viel Angst hab ich schon um die Kinder gehabt, aber dieses kalte Entsetzen, das einen anfaßt, wenn man fühlt, weiß, in den nächsten Minuten ist dieses junge Leben vielleicht abgeschnitten und das Kind weg, - das war wohl das Schlimmste bis jetzt, und das ist auch nicht so bald zu verwinden." (Bonus-Jeep. Sechzig Jahre Freundschaft, 1948, S. 100). Das Erlebte beschäftigte die Künstlerin bis 1911 in einer Vielzahl von Zeichnungen, Radierungen und plastischen Entwürfen. (Vgl. auch Lot Nr. 8137)
Die selbstbildnishaften Züge der Mutter auf den Zeichnungen und der Radierung "Abschied" lassen keinen Zweifel daran, dass Käthe Kollwitz sich selbst meinte. Der Junge erscheint allerdings deutlich jünger als Hans. Ruhen Mutter und Kind auf fast allen Vorarbeiten wie auch der Radierung wie entrückt Wange an Wange, so unterscheiden sich die Zeichnungen von der druckgraphischen Fassung zum Teil signifikant in der Gestik der Frau. Auf unserer Zeichnung umfasst die Mutter liebevoll und kraftvoll zugleich Kopf und Körper des Kindes. Der dünne Arm des Todes lässt diesen trotz seines zupackenden Griffes keineswegs als klaren Sieger erkennen. Auf der Radierung erscheint die Hand der Mutter, die den Hals des Kindes umschlingt, schmaler, und keineswegs mehr so kraftvoll. Verso eine transparentere Vorzeichnung der Radierung "Tod, einer Mutter das kranke Kind entreißend" (Knesebeck 119). (A.v.d.K.)
Provenienz: Ehemals Sammlung Schocken, Hauswedell, Auktion 152, 05. Juni 1967, Lot Nr. 761 (DM 10500).

Schätzpreis: € 25.000,00
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31.05.08 - Käthe Kollwitz
8149
Kollwitz,...