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Auktionskalender

Galerie Bassenge
Kunst- und Buchauktionen
, D-14193 Berlin-Grunewald, Website öffnen

Auktionsobjekt
Auktionsdatum: Nachauktion:
31. 05. 2008 - 29. 07. 2008

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Grafik
Moderne Kunst ca. 1890 - 1945
Studie, Entwürfe

Art. Nr.: 8131
Kollwitz, Käthe
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Entwurf zum Thema Tod

Entwurf zum Thema Tod.
Kohle und Bleistift über blauem Korrekturstift auf bräunlich-grünem Velin. (1911).
46,8 x 65,4 cm (Blattgröße).
Signiert.
Nagel/Timm 621.
Bei den beiden Zeichnungen in der oberen Hälfte des Blattes handelt es sich um die einzigen bekannten kompositorischen Vorstudien zu der verworfenen Radierung "Entwurf zum Thema Tod" (Knesebeck 117), die 1911 entstand. Von ihr lässt sich nur ein Abzug im Berliner Kupferstichkabinett nachweisen.
Wie die Arbeiten zum "Abschied" und "Frau mit totem Kind" (Vgl. Lot Nr. 8149, 8137) gehört diese Radierung zu den Werken, die sich nach der schweren Diphterie-Erkrankung von Hans Kollwitz, dem ältesten Sohn der Künstlerin, 1910/11 mit dem Thema "Tod, Frau und Kind" befassen. Dargestellt ist eine Mutter, die ihr Kind verzweifelt, den Kopf seitlich weggewendet, dem Tod darbietet. Von diesem sind auf der Radierung fast nur die Hände zu sehen. Die Vorzeichnungen lassen seine Gestalt nicht nur sehr viel deutlicher erkennen, sie zeigen auch, wie Käthe Kollwitz um die Charakterisierung des Todes rang: auf der Bleistiftzeichnung sitzt er - so wie man ihn sich auch auf der Radierung vorstellen muss - aufrecht mit weit hochgerissenen Armen. Die pathetische und etwas unklare Geste geht ins Leere. Weder Mutter noch Kind, dessen Kopf auf die Brust gesunken ist, nehmen sie wahr. Auf dem Kohleentwurf korrigierte bzw. präzisierte die Künstlerin sie daher: der Tod beugt sich nun leicht dem Kind zu, als wolle er es mit seinem Mantel zudecken. Sein dadurch notwendigerweise leicht gekrümmter Rücken - als Kontur angedeutet - könnte einen Hinweis darauf geben, warum die Künstlerin nie versuchte, die Radierung zu überarbeiten: auf ihr befindet sich die Gestalt des Todes so dicht am Plattenrand, dass sie sich nicht nach links erweitern ließ.
Auf der unteren Hälfte des Blattes sind, was Nagel/Timm verborgen blieb, mehrere Figuren und ein Kopf mit Pickelhaube in blauen Konturen angelegt. Wenn die Künstlerin im Detail noch Korrekturen vornehmen wollte, übertrug sie zuweilen Darstellungen in einer Konturenpause auf ein anderes Papier. Hier könnten demonstrierende Arbeiter und Polizisten von einer Kohlezeichnung durchgepaust sein, die den Titel "Kohlenstreik" trägt (Nagel/Timm 556 a) und im Zusammenhang mit dem Moabiter Kohlenstreik 1910 entstand. Diesen hielt Käthe Kollwitz u.a. auch in mehreren Skizzen vor Ort fest (vgl. Tagebücher, 29. 09. 1910). (A.v.d.K.)
Provenienz: Ehemals Sammlung Schocken, Hauswedell, Auktion 152, 05. Juni 1967, Lot Nr. 763.


Schätzpreis: € 6.000,00
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31.05.08 - Käthe Kollwitz
8129 8130 8131 8132 8133
Kollwitz,... Kollwitz,... Kollwitz,... Kollwitz,... Kollwitz,...