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Art. Nr.: 8118
Kollwitz, Käthe
Frau mit totem Kind
Frau mit totem Kind. Radierung, Kaltnadel, Vernis mou und Durchdruckverfahren in Braun auf Kupferdruckpapier. (1903). 42,2 x 48 cm (Plattenrand); 56 x 72 cm (Blattgröße). Signiert. Klipstein 72 IX (von X), Knesebeck 81 IX (von X). Die der Künstlerin in langer Freundschaft verbundene Schriftstellerin Beate Bonus-Jeep berichtet: "Die Radierung begegnete mir während unserer Dresdner Zeit unerwartet in der großen Ausstellung. Eine Mutter, tierhaft, nackt, den lichtfarbenen Leib ihres toten Kindes zwischen den Schenkeln und Armen, sucht mit den Augen, mit den Lippen, mit dem Atem das entwichene Leben wieder in sich einzuschlingen, das einstmals ihrem Schoße angehörte. (...) Es war die Leidenschaft selber, die Gewalt, die sonst verhalten im Muttertier schläft, die sich hier dem Auge preisgab, von Käthe Kollwitz gebannt als von jemand, dem der Griff unter letzte Hüllen freigegeben ist." (Bonus-Jeep, S. 103). Die Graphik ist Teil einer Gruppe von Arbeiten aus dem Jahre 1903, welche die Trauer einer Mutter über ihr totes Kind thematisieren und zum Umfeld des Bauernkriegszyklus gehören. Zur Vorbereitung für die Radierung zeichnete sich die Künstlerin im Spiegel, ihren Sohn Peter in den Armen haltend (vgl. Kat. Kollwitzsammlung Dresden, S. 187, Nr. 80). Auflage bei Richter in Dresden 1921. Mit der gestochenen Schrift und Gefälligkeitssignatur. Kräftiger Druck mit Grat und Plattenton. Die Ränder mit zahlreichen Knickfalten und stellenweise hinterlegten Rissen sowie leicht gebräunt, da hinter altem Passepartout montiert. In der Mitte der Darstellung eine mit Klebestreifen hinterlegte Knickfalte sowie einige Fingerfalten mit geringfügigem Farbverlust. Der Gesamteindruck des eindrucksvollen Blattes wird durch die erheblichen Randmängel nicht beeinträchtigt.
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