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Auktionskalender

Galerie Bassenge
Kunst- und Buchauktionen
, D-14193 Berlin-Grunewald, Website öffnen

Auktionsobjekt
Auktionsdatum: Nachauktion:
31. 05. 2008 - 29. 07. 2008

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Grafik
Moderne Kunst ca. 1890 - 1945
Portrait, Bildnisse
Studie, Entwürfe

Art. Nr.: 8103
Kollwitz, Käthe
Studienblatt mit zwei Selbstbildnissen

Studienblatt mit zwei Selbstbildnissen.
Feder und Pinsel in Schwarz auf bräunlichem Velinkarton. (Wohl 1891).
Ca 25,1 cm x 26,1 cm.
Mit Bleistift rechts unten signiert.
Nagel/Timm 8.
Es gibt kaum einen Künstler, der im Laufe seines Lebens so viele Selbstbildnisse produzierte wie Käthe Kollwitz. Das vorliegende Studienblatt enthält gleich zwei der ganz frühen Porträts, neben drei Studien ihrer Hände und der Studie eines Ohres. Zweifellos steht es dem "Selbstbildnis en face, lachend" (Nagel/Timm 7) nahe, das sich heute im Kollwitz-Museum, Berlin befindet und um 1888/89 datiert wird. Insbesondere die Federproben der Künstlerin am unteren Blattrand unserer Zeichnung sprechen jedoch für eine Datierung um 1890. Ab diesem Jahr schuf Kollwitz erste Radierungen und solche Federproben dienten ihr dabei als Vorbereitung für die Arbeit mit der Radiernadel. "Ich habe angefangen zu radieren und zu dem Zweck eine Masse Vorübungen mit der Feder gemacht. Überhaupt zeichne ich jetzt ungleich mehr als daß ich male, aus der praktischen Überlegung, daß ich in Berlin für die ersten Jahre meiner Verheiratung kaum Geld genug haben werde, um mir ein Atelier zu mieten. Und in engen Stuben, die man bewohnt, Ölbilder zu malen, das ist ein trauriger Gedanke. Das Radieren ist doch lange nicht so umständlich." (Käthe Kollwitz, Brief vom 26.02.1891 an den Münchner Studienfreund Paul Hey, Briefe, S. 20). Vielleicht war Kollwitz zum Zeitpunkt der Entstehung der Zeichnung auch schon verheiratet, da sie in zwei der Handstudien bereits einen Ehering trägt, es sei denn sie hätte ihre Hände spiegelbildlich gezeichnet.
Das Studienblatt legt Zeugnis ihrer intensiven Beschäftigung mit der Radierung ab. Während sie in ihrem Selbstbildnis im Profil vorwiegend eine Parallelschraffur aus längeren Federstrichen erprobt, gipfelt die Zeichnung in ihrem Selbstbildnis en face. Mit feinsten, kurzen Federstrichen und einem großartigen Spiel aus Licht und Schatten arbeitet sie meisterlich die Plastizität des Gesichtes heraus und akzentuiert mit gekonnter Präzision Augen, Nase, Mund und Kinn. Den Oberkörper deutet sie daneben zunächst mit wenigen Parallelschraffuren an, bevor sie diese mit einer Pinsellavierung in Tusche überlagert, um schließlich die Flächigkeit zu betonen und das Gesicht vom Rest des Körpers abzuheben. Die Signatur wurde erst später von ihr hinzugefügt, wohl in den 20er Jahren, möglicherweise, als Salman Schocken die Zeichnung von ihr erwarb.
Provenienz: Ehemals Sammlung Schocken, Hauswedell, Auktion 152, 05. Juni 1967, Lot Nr . 652 (DM 5200).

Schätzpreis: € 25.000,00
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31.05.08 - Käthe Kollwitz
8103
Kollwitz,...