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Art. Nr.: 489
Fritz Wotruba
(Wien 1907 - 1975 Wien) Matzleinsdorfer Relief I, 1955 Relief für die Städtische Wohnhausanlage, Reinprechtsdorferstrasse 1-3, Wien V (Straßenfassade) Auflageabguss der 9. Reliefplatte in Bronze 191 x 109 x 17 cm Bronzeguss, 1989 Signiert und nummeriert: 1/3
Provenienz: erworben von Lucy Wotruba
Ausgestellt: 1992: Fritz Wotruba. Retrospektive, Kunsthaus Zug, 21.6. - 13.9.; 1990: Auf dem Weg zu einer Sammlung, Kunsthaus Zug, 26.8. - 28.10. Literatur: Otto Breicha: Fritz Wotruba, Werkverzeichnis. Skulpturen, Reliefs, Bühnen- und Architekturmodelle, Erker Verlag, St. Gallen 2002, WVNr. 198/1c, Abb. S. 204
NORMALBESTEUERUNG
Fritz Wotruba war einunddreißig Jahre alt, als er angesichts einer existenz- und lebensbedrohenden Situation ¿sein¿ Wien verließ und ins Schweizer Exil ging. Dieser radikale Einschnitt in sein Leben erklärt die radikalen Brüche in seinem Werk. Vor seiner Flucht hatte er stark auftretende, "proletarische" Idealfiguren für geschaffen. Innerhalb der damaligen österreichischen Kunstszene war er isoliert. Wotruba war auch keiner, der sich anpasste. Mit den Ansprüchen von ¿Schönheit¿ oder Dekoration, für die die Szene damals stand, hatte er nichts gemein. Auch mit den Arbeiten seines Lehrers, Anton Hanak, konnte er nichts anfangen. An dieser Einstellung, einer Art ¿inneren Emigration¿, änderte auch das Zuger Exil nichts. Waren seine Werke zuvor eher auf Lehmbruck bezogen gewesen, konnte man jetzt von einer von Maillol beeinflussten Klassizität sprechen. Als Fritz Wotruba 1945 nach Wien zurückkehrte, um auf Vorschlag Herbert Boeckls die Leitung einer Meisterschule für Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste zu übernehmen, begann nicht nur ein neues Kapitel der plastischen Kunst in Österreich - auch das Werk Wotrubas erfuhr eine erneute, radikale Veränderung.
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