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Art. Nr.: 146
Emil Nolde
Emil Nolde (1867 Nolde/Nordschleswig - 1956 Seebüll/Schleswig-Holstein). Marschlandschaft (mit Sielzug und Bauernhaus). Um 1918/20 Aquarell und schwarze Tusche. Rechts unten signiert. Auf Japanbütten. 34,8 x 46,2 cm (13,7 x 18,1 in), blattgroß. Expertise: Mit einer Foto-Expertise von Herrn Prof. Dr. Martin Urban, Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde, vom 30. September 1987. Das Werk ist dort registriert Provenienz: Privatsammlung Süddeutschland. Emil Nolde studiert zunächst ab 1898 an der privaten Malschule von Adolf Hölzel in Dachau und ab 1899 an der Académie Julian in Paris. Durch die Auseinandersetzung mit Vincent van Gogh, Edvard Munch und James Ensor gelangt Nolde ab 1905 zu einem eigenständigen Stil, in dem die Farbe eine wesentliche Rolle spielt. 1906 lernt der Künstler während eines Aufenthaltes auf der Insel Alsen die 'Brücke'-Maler kennen, deren Gruppe er sich vorübergehend anschließt. Nolde wendet sich der Aquarelltechnik zu, unternimmt 1909 erstmalige Versuche auf nicht saugfähigem Papier und gelangt zu zukunftsweisenden Neuerungen. Von einer Expedition nach Neu-Guinea 1913 bringt er reiches Studienmaterial mit, das er in zahlreichen Werken verarbeitet. Die Unendlichkeit der Marschlandschaften mit ihren wechselnden Himmeln ist eines der bevorzugten Themen von Emil Nolde in der Aquarellmalerei. Die von ihm entwickelte besondere Technik des Nass-in-Nass Malens schafft Farbklänge, die den Landschaften ihr besonderes Gepräge geben. Da, wo keine dramatische Landschaftskulisse ist, findet und erfindet sie Nolde, taucht sie in einen unerahnten Farbenkanon und gibt ihr so ein völlig neues Gesicht verbunden mit einer inneren Dramatik, die er mit sicherem Gespür optisch zu verwirklichen weiß. Emil Nolde hat eine vorgefundene Landschaft neu und ungewöhnlich interpretiert, sie quasi neu geschaffen. Seine Marschlandschaften knüpfen wieder da an, wo sie bei den niederländischen Meistern des siebzehnten bis neunzehnten Jahrhunderts stehen geblieben waren. Doch sind seine Aquarelle nicht bukolisch-heiter und gelassen wie die der Niederländer, sondern emotionsgeladen dramatisch. 1928 lässt sich Nolde in Seebüll nieder. Von den Nationalsozialisten verfemt, malt Nolde ab 1938 seine 'Ungemalten Bilder', viele hundert kleine Aquarelle, die er nach 1945 in Ölbildern wieder aufgreift. Der Maler verstirbt am 13. April 1956 in Seebüll. [KD] In guter Erhaltung. Obere Ecken verso mit Montierungsresten, recto minimal überstehend.
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