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Art. Nr.: 369
Jörg Immendorff
Jörg Immendorff (1945 Bleckede bei Lüneburg - 2007 Düsseldorf). Antonius. 1989 Bronze mit brauner und grüner Patina. Auf Bronzesockel. Mit dem Namenszug des Künstlers, der Datierung '89', der Nummerierung und dem Gießerstempel 'Kayser Düsseldorf'. Exemplar 1/6. 66 x 29 cm (25,9 x 11,4 in). Sockel: 100 x 44,5 x 44,8 cm (39,3 x 17,5 x 17,6 in). Vorbesichtigung der Arbeit nur bei Ketterer Kunst HamburgProvenienz: Privatsammlung Nordrhein-Westfalen. Immendorff studiert 1963/64 zunächst Bühnenkunst an der Düsseldorfer Kunstakademie und wechselt dann in die Klasse von Joseph Beuys. Angeregt durch seinen Lehrer verfasst er mehrere Manifeste und initiiert diverse künstlerische und politische Aktionen. Am bekanntesten wird das 'Lidl'-Projekt 1968-70: Kunstaktionen, Happenings und Debattenrunden, die dem politischen Flügel der Fluxus-Bewegung zuzuordnen sind. 1977 wendet sich Immendorff, angeregt vor allem von den Werken Renato Guttusos, verstärkt der Malerei zu. Mit der politisch und gesellschaftskritisch engagierten Bildserie 'Café Deutschland' gelingt ihm der internationale Durchbruch. Daneben ist er auch im Bereich Kunstpädagogik tätig und unterrichtet 1971-80 als Kunsterzieher an der Lindemann-Hauptschule in Düsseldorf. In den 1980er Jahren nimmt der Künstler mehrere Gastprofessuren an internationalen Universitäten an: 1981 an der Kunsthochschule in Stockholm, 1982 an der Akademie der bildenden Künste in Hamburg und der 'Klasse F+F' in Zürich sowie 1984 an der Werkschule in Köln und der Akademie der Bildenden Künste in München. Wie kaum ein anderer Künstler der Gegenwart widmet sich Immendorff immer wieder dem Selbstbildnis als künstlerischen Thema. In einem Akt neugieriger Selbsterforschung schlüpft er in immer neue Rollen und präsentiert sich als Seiltänzer, Clown oder auch Heiliger Antonius. Zwischen 1985 und 1988 entstehen gleich mehrere Arbeiten mit dem Titel 'Versuchung des Heiligen Antonius', in denen Immendorff das Hin- und Hergerissensein zwischen dem Streben nach gesellschaftlicher Anerkennung und der Angst vor der Verdammung durch das Publikum thematisiert. Mit unserer Bronze, die seine Gesichtszüge trägt, greift er dieses Thema ein letztes Mal und in äußerst reduzierter Form auf. Die innere Zerrissenheit spiegelt sich hier nur noch in den leidenden Zügen des Künstlers wider. Seit den siebziger Jahren ist Immendorff auf wichtigen Ausstellungen präsent. 1972 und 1982 ist der Künstler auf der documenta in Kassel vertreten, 1976 auf der Biennale von Venedig und 1983/84 auf der großen Wanderausstellung 'Expressions: New Art from Germany'. 1997 sind seine wichtigsten Werke auf der Ausstellung 'Deutschlandbilder: Kunst aus einem geteilten Land' in Berlin zu sehen. Große Einzelausstellungen finden u.a. in New York, St. Petersburg, Peking, Köln und Chicago statt. [ME] In guter Erhaltung. Vereinzelt mit wenigen unbedeutenden Oxydationsspuren.
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